Zu lieben

 

Die Worte sind vergangen

Und meine Gedanken auch.

Dich zu lieben,

Hat mich einst getroffen,

Doch nun bin ich erloschen,

Bin, was die Liebe braucht.

 

Wär ich verschont geblieben,

Einen wie dich zu lieben,

Die Kraft Wär mir geblieben,

Zu nähren,

Was ein Ich so braucht

Und es nicht zerstört.

 

Doch auf dich gerichtet,

Hat Gott mein Augenmerk,

Zu sehen und zu finden,

Was verborgen liegt

Und sich nur zeigt,

Dem, der liebend stirbt.

 

Sich nicht hält,

Will was sein und bleiben,

Was er denkt.

Sein Gedankengut spürt verbrennen,

Die Form zerschellen lässt

Bis kein Ich mehr ist.

 

Geliebter, wo bist du,

Der, den es nur gibt,

Wo ich zu Hause bin,

In meinem Herzen,

In Gottes Reichtum,

Doch unberührbar ist.

 

Die Feder halte ich

In meinen Händen,

Schau auf sie,

Was sie schreibt

Und ich mich frag,

Täts eine andere auch?

 

Hat sie verursacht,

Was steht geschrieben,

Was aus ihr floss

Und sich nun in den Strom

Des Lebens mischt?

Denkt sie darüber nach?

 

Die Feder, ich kann sie

Drehen und auch wenden,

Sie zerstören,

Doch sehe nicht die Quelle

Aus der sie wurd gespeist,

Woher das, was sie preist.

 

Bin ich das etwa,

Die der Feder

Das Schaffen einverleibt,

Sie tun lässt,

Was schwebt in meinem Geist,

Der mir ist einverleibt?

 

Ach, was red ich nur,

Kann mich beschauen

Von allen Seiten

Und meine Hände auch,

Doch seh so nicht,

Was das Leben treibt.

 

Von nichts wird es getrieben,

Alles tut sich ineinander fügen.

Es ist nur da, 

Immer und überall wahrnehmbar,

Weil wir Leben sind und bleiben,

Auch wenn es ist vorbei.

 

 

 

 

                                                      Ute Malina Rößner

 

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