Herzensweg

Liebe Beatrice,


Du hast das Gefühl, Du müsstest irgendetwas verändern in Deinem Leben. Du hast das Gefühl, etwas mit Dir rumzuschleppen, das Dich davon abhält, einfach die Seele baumelnd durchs Leben zu gehen. Stets und ständig gibt es was zu erledigen und Du findest keine Minute echte innere Ruhe. Du fühlst Dich von den Aufgaben durchs Leben geschoben. Zwischenrein versuchst Du Dich abzuklemmen von allem, was Du um die Ohren hast, doch Du weißt natürlich, dass es davon nicht anders ist.
Im Außen scheint alles zu stimmen, doch Du fühlst Dich nicht wohl.
Du willst innere Zufriedenheit und Sicherheit aus Dir selbst heraus erleben und diese innere Liebe und Hingabe will ich mal sagen, in allen Lebenslagen spüren und keiner ausweichen müssen.
Du möchtest so ein Vertrauen zu Dir haben, dass Du selbst über deinen Chef, das Finanzamt, Deinen Arzt, Deinen Partner oder eine angebetete Herrlichkeit lächeln kannst, wenn sie Dir einen Ratschlag geben wollen, was Du besser machen kannst, anders machen musst, korrigieren sollst oder was Du noch zu unternehmen hättest, um „besser“ zu sein, um es richtiger zu machen, um ein Stück mehr Anerkennung zu bekommen und auf der Erfolgsleiter wieder eine Stufe zu erklimmen. Du möchtest, dass es Dir egal ist, völlig egal, was wer über Dich denkt und über jede Kritik, die an Dir verübt wird, freundlich lächeln können.
Du hast auch keine Lust mehr, ständig bei diesen ganzen Veranstaltungen, wo Du aus gesellschaftlichen Gründen, weil diese mit Deiner Stellung verbunden sind, immer wieder mit der gleichen Maske herumzulaufen, von der Du schon lange das Gefühl hast, dass das nicht Du bist.
Du möchtest Dir von niemanden mehr Schuldgefühle suggerieren lassen oder in anderer Form ein schlechtes Gewissen einreden lassen. Du möchtest Dinge tun, die Du gut findest, egal wie absurd sie ein anderer finden möge und Du willst voller Freude auch dazu stehen und es ist Dir wurscht, ob das nun jemand versteht oder nicht. Vor allen Dingen hast Du keinerlei Ängste vor irgendwelchen Konsequenzen, die damit verbunden sein könnten, egal wie viele Ratgeber Dir sagen würden, dass Du z.B. nicht so verantwortungslos handeln kannst oder gesagt bekommst, das ist gefährlich und Du setzt viel aufs Spiel. Du willst keine Angst haben vor einer ungewissen und unberechenbaren Zukunft, denn Du hast an Dir erfahren und siehst es an Tausenden Menschen, dass sie nichts verändern in ihrem Leben, sich nicht wagen, Schritte zu gehen aus einer Situation heraus aus Angst, was danach kommen könnte und sie Angst haben, dann vielleicht in eine Loch zu fallen oder in eine ausweglose Situation und alle kommen dann gelaufen und sagen Dir Sätze wie: „Wie konntest Du auch nur“, „Das war doch vorherzusehen“, „Sowas macht man ja auch nicht.“ ,“ Wie konntest Du das denen antun. Du Egoist!„ Hahaha, das hast Du nun davon.“ oder es kommt ein Schwarm hilfloser Helfer auf Dich zu, die Dich wieder auf den alten, ihnen bekannten Weg bringen wollen, auf ihren Pfad. Du sollst dann demütig und schuldbeladen zu Kreuze kriechen.
Doch das kommt für Dich alles nicht in Frage. Du willst nicht mehr in solchen Pseudoängsten leben. Du brauchst keine Zukunft mehr, denn Zukunft ist was für Leute, die Angst haben, heute zu leben.
Du willst lächeln über all diesen Unsinn, der einem so das ganze Leben gereicht wird und das Leben in vielen Bereichen sauer statt süß macht.
Du möchtest das Leben erleben und nicht fremdbestimmt durchs Leben hetzen oder schleichen oder diktiert gehen.
Nun habe ich Deine Gedanken als Vorspann wiederholt.
Liebe Beatrice, das ist im Grunde ganz einfach. Es ist das Einfachste, was Du leben kannst und nicht erst irgendwann, sondern jetzt in diesem Moment. Es ist so simpel, dass es wie ein Trauerspiel erscheint, dass es für die Menschen so schwer ist, wahrhaft zu leben und innere Zufriedenheit zu erfahren und dies nicht nur, wenn sie sich zur Meditation einschließen oder sich in ihrem Hobbyraum verschanzt haben und sich von der inneren Unruhe und Unrast ablenken.
Du brauchst nur eins zu tun.
Du lässt alle Scham fallen. Das Ego baut sich aus Scham auf. Das Ego ist das Hindernis. Nur ich sage, lass die Scham fallen, denn das ist einfacher zu verstehen denke ich. Die Scham ist für uns greifbarer als das Gerede vom Ego. Doch die Scham hat jeder direkt schon erfahren. Damit meine ich nicht die Schamesröte, die man vielleicht in sich aufspüren steigt, wenn man als Mädel sich ertappt fühlt, dass man in diesen Typen verknallt ist und Angst hat, dass man ihm selbst nicht gefallen könnte und der guckt einen gerade auch noch an und man schafft es nicht, den Blick unauffällig noch wegzulenken, bevor es passiert. Das ist ja sogar recht schön, obwohl es auch schon Blödsinn ist.
Nein, ich meine die Scham, die wir von Kleinkind mit auf dem Weg bekommen, immer nicht gut genug zu sein. Wir bekommen vermittelt, was sein darf und was nicht. Für das, was sein darf, werden wir gelobt und für das, was nicht sein darf getadelt oder in die „richtige“ Richtung gewiesen. Das Verhalten wird beobachtet und bewertet. Die Worte, die wir sagen, werden beurteilt.
Scham kommt immer aus dem Gefühl, nicht genügend wert zu sein. Das Gefühl, nicht genügend wert zu sein, entspringt unserer ganzen Vergleichsmaschinerie in der wir mit eingebunden sind.
Dieses Gefühl der Scham ist für manche so unerträglich, dass sie die Scham überlagern mit einem ausgeprägten Leistungsdenken und damit mit einem Streben nach Anerkennung. Als Folge entfernt man sich gleich noch ein Stückchen mehr von dem, was wahre Sicherheit und wahres Wertgefühl verschaffen kann. Die Scham ist nun bereits zu einer unbekannten Größe geworden. Leider, denn von ihr zurück zu sich ist es noch nicht ganz weit. Doch wenn sie überlagert wird, ist der Weg schon weiter geworden. Die Angst vor der Scham hat den Weg dahin bereitet. Die Scham ist nun nicht mehr zu spüren, doch Angst ist noch geblieben und auch sie ist ein unerträgliches Gefühl. Die Angst soll natürlich auch weggedrückt werden und das geht am besten mit Gewalt und Machtstreben. Es wird sich mit Kraft der Gewalt eine Rolle gegeben, eine Position aufgebaut, mit der die Angst in Schach gehalten werden soll. Nun ist also die künstlich geschaffene Gewalt da, die man braucht, um die geschaffene Struktur in Schach zu halten. Doch niemand soll die Gewalt sehen. Die Gewalt muss also auch möglichst versteckt werden. Das kann man gut in der Opferhaltung. Ein Opfer ist schließlich nicht gewalttätig. Das sind die Täter. Also wird sich jemand ausgeguckt, der die Rolle des Täters für einen übernehmen kann.
Kommt etwas aus dem gewohnten Gleis und das Gefühl der Sicherheit geht verloren, weil es ja nur ein künstlich geschaffenes Gefühl ist und nicht aus dem wahren Selbst kommt, muss sofort ein Täter her, um dieses ungute Gefühl ertragen zu können und vor allen Dingen, um nicht in die Scham zurückgeworfen zu werden. Der Panzer wird also immer weiter ausgebaut, um die Scham nicht spüren zu müssen.
Das Leben in einer Rolle, die man sich geschaffen hat, scheint am besten zu sein und verspricht scheinbar am meisten Frieden und Vertrautheit. Da soll nicht dran gerüttelt werden. Welche Rolle am besten ist, findet man heraus, indem man sich an die jeweiligen Vorgaben hält.
Ein guter Platz in der Gesellschaft, im Betrieb, im Bekanntenkreis, in der Familie wird gesucht und danach gestrebt, es allen Recht zu machen, damit einem das Gefühl der Anerkennung und Werterhaltung bleibt.
Viele Aktivitäten laufen darauf hinaus, dass dafür ein gewisser Lohn erwartet wird. Am liebsten würde ich schreiben alle.
Das Ego lässt nicht zu, zuzugeben, dass es um Anerkennung und Wertgefühl geht, also wird auch da wieder was drauf gepackt, nämlich Nächstenliebe und der Wunsch, die Welt schön zu machen für alle anderen, Frieden zu schaffen für die anderen, den Schwächeren helfen wollen.
Dafür wird letztendlich erhobenen Hauptes und mit Stolz in den Krieg gezogen, wo man beginnt, sich gegenseitig abzuschlachten. Doch es fängt schon eher an. Man sucht Diskussionsrunden, um sich im Recht zu fühlen. Man agitiert andere, bis sie einem recht geben und wenn nicht, werden sie verurteilt oder man schließt sich der Meinung des anderen an, gibt seine eigene Meinung auf, weil man sich im Schatten des Erfolgreicheren etwas verspricht. Manchmal verbündet man sich auch gegen einen Dritten. Doch es bleibt Kampf.
Jeder innere Konflikt muss um jeden Preis im Außen ausgetragen werden, denn es geht um Erhaltung des Machtgefühls, des Machtgefühls des Egos.
Liebe Beatrice, mag sein, dass es übertrieben klingt, doch es ist nicht übertrieben. Du musst schon sehr weit in Deiner Entwicklung vorangeschritten sein, dass es wirklich nur aus bedingungsloser Liebe geschieht und Du in jeden der Dir begegnet, Deinen „Inneren Meister“ erkennst, der Dich prüft, wie weit Du in Deiner Bedingungslosigkeit und Deinem Leben aus dem eigenen Herzen zu leben vorangeschritten bist. Aus dem Herzen handeln heißt immer, aus der Fülle heraus zu handeln und ist nicht von einem Gefühl des Mangels begleitet, der irgendwann in irgendeiner Form auf eine Gegenleistung hofft oder Anerkennung wünscht. Die Handlung allein ist das Geschenk und die Bereicherung. Es gibt nichts danach oder dafür zu erwarten. Du handelst aus Deinem Herzen und was daraus geschieht, überlässt Du Gottes Entscheidung. Du brauchst Dir keine Sorgen zu machen, dass es eine falsche Entscheidung war, denn wenn es eine Herzensentscheidung ist, ist sie immer richtig.
Liebe Beatrice, die Scham trägt viele Gewänder. Die Egoentwicklung nimmt ihren Lauf, bis es die Herrschaft übernimmt und alles scheint normal und selbstverständlich. Doch innen, tief innen fühlt es ein jeder, dass da etwas ist, das gefangen lebt und dass darüber gewacht wird, dass es versteckt bleibt.
Es vergeht kein Tag, wo dieses zerbrechliche feine sich nach Ausdehnung und Ausdruck sehnende Innere sich nicht in irgendeiner Form meldet. Die Seele will sich entfalten und nicht geknechtet werden. Doch die Scham, die Unsicherheit und Angst halten die Entfaltung der Seele und damit ein kreatives Leben zurück.
Dafür wird sich als Ersatz viel Wissen angelesen und viele gehen ins Überlegenheitsgehabe, ins Schulmeisterische und Ratgeberische hinein, um sich eine gute Position vorzumachen.
Sie können nichts lassen, so wie es ist.
So wird die Lüge unter den Menschen gelebt und die Lüge ist zur Wahrheit erhoben wurden. Die Lüge lebt in allen Beziehungen, die die Menschen pflegen, weil sie unfähig zur Wahrheit geworden sind. Als Ersatz für gelebte Wahrheit stehen heute Regeln, Vorgaben, Richtlinien, Modediktat, Moralvorgaben, also Zwänge in allen Bereichen.
Es sind Korsetts geschaffen wurden, wo man reinzupassen hat und wehe nicht. Da steht drin, wann ein Kind wissen muss, wieviel drei plus drei ist, in welchen Alter es was können muss, welche Interessen passend sind und das setzt sich fort und wird mit dem älter werden immer schlimmer. Der Entwicklung und Entfaltung der Seele wird weder Raum noch Verständnis geschenkt.
Das darf nur in der Freizeit geschehen oder in geschlossenen Räumen oder dafür ausgerichteten Veranstaltungen, doch hat nichts mit dem wirklichen Leben zu tun.
Das Menschsein wird unterjocht. Der Befreiung aus solchen Zwängen dient kaum jemand.
Wer sollte es auch tun, wenn sich keiner dafür zuständig fühlt und es auch nicht kann, weil es ja alles selbst Korsettträger sind und Menschen mit einer frei entfalteten und geheilten Seele Mangelware.
Du willst Dich nun auf den Weg machen, weil Du eben die Erfahrung gemacht hast, dass all Dein Besitz, deine Anerkennung, die Du genießt, das Ferienhaus in Spanien, das Boot in Monaco, das Konto in der Schweiz, die Feste zu Deinen Ehren, Deine Familie, Deine Erfolge Dich nicht erfüllt bekamen und sogar Du noch mehr Lebenshunger spürst als in jungen Jahren, weil Du Angst hast, etwas verpasst zu haben. Du hast trotz allem das Gefühl von nicht gelebten Leben in Dir. Du trauerst nun dem nicht gelebten Leben nach. Du trauerst um das Leben, das Du gegeben hast, um den Lebensbildern anderer gerecht zu werden in der Hoffnung, dass Du damit glücklich wirst.
Nun kamst Du zu mir und fragst mich und ich kann Dir nicht viel sagen. Doch ich sah in Deinem Gesicht, in Deinen Augen, in Deinem Wesen und ich sehe es in Dir, dass Du eine Entscheidung getroffen hast und diese Entscheidung wird Dich nun Schritt für Schritt raus aus der Illusion führen, hinein in Dein wahres Selbst.
Du wirst jeden Moment Impulse aus dem Herzen bekommen und ich kann Dir nur sagen, folge ihnen bedingungslos. Tu Dinge, auch wenn sie Dir widerstreben und unlogisch und unsinnig erscheinen und Du das Gefühl hast, dass Du Dich dafür schämen musst oder selbst wenn Du Dich gedemütigt fühlst. Dein Herz wird Dich in die Illusion der Scham führen bis in den Ursprung, wo es begann, dass sich ein Ego aufbauen konnte, dass Dich Deiner wahren Kraft beraubte und Dir gelehrt hat, mit „Krücken“ zu gehen.
Geh hinein in die Scham. Ich werde über die Ursachen der Scham auch noch mehr schreiben, doch hier soll es genug sein. Wir können uns auch gerne darüber unterhalten. Doch notwendig ist das nicht. Denn, wenn Du Dein Herz, Deine Seele, Dein Inneres, Gott, die Existenz, Dein höheres Selbst bittest, Dir die Ursachen zu zeigen, dann wirst Du auch dahin geführt. Nur wundere Dich nicht über Gottes Wege auf die er Dich für Deine Erfahrungen schicken könnte, obwohl Du Wunder erleben wirst, Wunder über Wunder. Das kann ich Dir versichern. Doch versuche sie am besten gar nicht zu werten, sondern lebe es und fertig. Dann kommt das Nächste und immer weiter und immer näher rückst Du zu Gott, zu Deinem Wesenskern, zu Deiner Quelle von Sicherheit, zu Deiner Lebensfreude bin hin zu Deinem ewigen Lächeln.
Fang jetzt an!
Überall da, wo Du z. B. die kleinste Irritation in Dir fühlst, also Dich verunsichert fühlst, da gehst Du hinein, ganz bewusst und ganz zielgerichtet. Du projizierst nichts nach außen. Du stellst zwar im außen wertfrei die Fakten fest, doch projizierst nicht Deine Gefühle auf den anderen, damit Du aus der Verstrickung kommst und nicht tiefer hinein gerätst. Dein Wesenskern ist unverletzlich. Das Problem ist, dass dieser mit dem Moment, wenn wir auf die Welt kommen, angefangen wird zuzuschütten und wir ein falsches Selbstbild aufbauen und dahin gebracht werden, uns mit diesem zu identifizieren.
Du hast in Deinem Leben „alles“ erreicht, wie Du mir sagtest und doch ist dieses leere Gefühl da, dieses Loch, wo Du denkst, das ist der Platz, wo das hingehört, das Dir scheint zu fehlen.
Doch es fehlt Dir nicht wirklich, sonst würdest Du es gar nicht spüren. Es ist das, was von Anfang an da war und das, was überlagert ist durch ständige Manipulation.
Viele Menschen fragen Dich nach deiner Meinung. Du erscheinst für sie einfach perfekt. Du hast Dir ein Leben geschaffen, das dem perfekten Modell gleicht, das die Gesellschaft vorgibt für einen anerkennenswerten, glücklichen und nach Vorbild strebenden Menschen. Das Bild stimmt. Du selbst bist diesem Bild Dein Leben lang nachgestrebt, denn es ist das, was Dir schon von Deinem Elternhaus mitgegeben wurde und von Lehrern und Erziehern in Deinem Leben genährt wurde.
Doch Du merkst immer mehr, dass dieses Modell in dem Du lebst, Dir keine wahre innere Zufriedenheit schafft. Manchmal machte es Dich sogar wütend, wenn Du spürtest, wie die Leute mit Dir umgehen und Du das Gefühl hattest, das bist Du nicht.
Die Maske wurde immer dicker, damit ja niemand das Wesen erkennt, das hinter der Maske lebt und vor allen Dingen, damit es nicht verletzt werden kann. Du hast das in Deinem Leben bisher ganz gut hinbekommen, weil Du gemerkt hast, dass sich ja sowieso niemand für Dich wirklich interessiert und Du auch nur durch eine Brille der Wünsche und Bewunderung und gespeicherten  Muster angesehen wirst und niemand sich Dir gegenüber soweit öffnet, dass er sich selbst wahrhaft näher kommt und damit auch in der Lage ist, hinter Deine Maske zu schauen und zu sehen.
Du konntest vielen helfen, mit ihrem Leben besser zurechtzukommen und wenn es halt mit stärkeren Ellenbogen ist, indem Du den anderen mit Deinen eigenen Abwehrtechniken begegnet bist.

Günter Wallraff kommt mir gerade in den Sinn. Du kennst ihn sicher auch. Er hat interessante Bücher geschrieben. Meine Güte, was für ein Mensch mit was für einer Ausstrahlung. Er ist überall hineingegangen in das, was er erfahren wollte. Ob er dabei Ängste hatte und wenn, wie stark diese ausgeprägt waren, weiß ich nicht, aber das ist auch völlig egal. Er hat sich nicht aufhalten lassen, es zu tun. Er hat nicht nur von außen beobachtet, was wo passiert. Er ist hineingegangen. Er hat sich dem Leben gestellt in vollen Zügen. Er lebte auch Rollen, doch suchte sich diese bewusst aus, um etwas in Erfahrung zu bringen. Dabei hat er niemanden betrogen, sondern er hat Betrug am Menschen aufgedeckt.
Du musst anfangen, alles wissen zu wollen, neugierig werden. Entdecke die Menschen, mit denen Du es zu tun hast. Entdecke jeden einzelnen und entdecke Deinen inneren Meister darin. Jede Begegnung hat was mit Dir zu tun und kann Dich voran bringen. Entdecke die Botschaft!
Wenn Du wissen willst, mit wem oder was Du es zu tun hast, musst Du Dich dem gegenüber vollkommen öffnen. Du musst die Tür zu Deinem Herzen öffnen, damit der Duft des anderen in Dich dringen kann. Es wird auch manchmal so sein, dass kein Duft kommt, sondern was anderes. Doch dann weißt Du es. Du hast es erfahren und die Handlung darauf kommt dann aus Deinem Herzen, weil Du es eben geöffnet hast.
Du erfährst nichts über einen Menschen, der Dir gegenüber vollkommen offen und ehrlich ist,  doch Du selbst bist verschlossen. Du bleibst Gefangener Deiner Bilder und Deines Wissens. Du kannst Strategien und Methoden in Übermaß kennen und kannst danach handeln und andere behandeln, doch erfahren tust Du nichts, weder über Dich noch über den anderen. Du bleibst mit der Welle an der Oberfläche beschäftigt, die im nächsten Moment schon nicht mehr ist und dringst nicht zum Wesentlichen vor, was Dir neue Türen öffnen wird, immer wieder. Öffne Dich dem, was Du erfahren willst total. Hab keine Angst, selbst wenn Du das Gefühl hast, Du stehst vor dem größten Schurken, den das Jahrhundert hervorgebracht hat. Du wirst eine Erfahrung machen – die Erfahrung der Unverletzlichkeit und Angstfreiheit, jedenfalls letztendlich, nicht immer gleich.
Es ist nicht so, dass Du dann Gefahren übergehst, nein, Du reagierst nur nicht mehr zu spät.
Alles geschieht rechtzeitig und im richtigen Moment und Du bist in der Lage, zu akzeptieren was ist. Du wehrst nichts mehr ab. Dein Leben wird Hingabe.
Wenn Dich jemand schlägt, wirst Du nicht einfach zurückschlagen. Du erfährst Dich immer im Zusammenhang mit dem was ist. Wenn Du Dich am Fuss verletzt, weil Du über einen Stein gestolpert bist, schlägst Du auch nicht nach dem Stein und Du versuchst ihn auch nicht zu belehren und zu korrigieren und Du bestrafst auch nicht Deinen Fuß, indem Du ihm noch einen drüber gibst und auch ihn belehrst Du nicht. Du lernst mit den Gegebenheiten, die Du vorfindest, neu umzugehen.
Du nimmst sie an oder Du verlässt sie. Es ist immer richtig, wenn es aus Deinem Herzen fließt.
Es gibt keine Flucht und keine Jagd mehr nach irgendetwas. Du fließt mit Deiner eigenen Herzensenergie.
Du kannst Dir das alles nicht anlesen. Sicher könntest Du Dir das Wissen darüber aneignen bis zur Perfektion und dafür werden dann vielleicht sogar viele vor Dir niederknien und Dich bewundern, doch Du selbst bleibst ein armer Tropf, der nichts weiß, weil er nichts erfahren hat.
In der Totalität findest Du nicht nur Dich selbst, sondern Du erfährst Wunder, das Wunder, das Du bist.
Liebe ist mehr als tanzende Schmetterlinge im Bauch, so schön das auch ist. Doch im Grunde sind tanzende Schmetterlinge im Bauch überhaupt gar keine Liebe, sondern sie sind die Türöffner zu dem Raum, den Du in Dir zu erlösen hast, um der wahrhaften Liebe, die Du selbst bist näher zu kommen.

 

Einen frohen Herzensweg wünsche ich Dir
Malina

 

Die Seele antwortet

 

 

Du fragst, wo ist die Freiheit?
Ich sage, zwischen Zukunft und Vergangenheit.

 

Du fragst, wo ist das Glück?
Ich sage, in der Lebendigkeit des Augenblicks.

 

Du fragst, wo ist die Sicherheit?
Ich sage, im Glauben an deine Göttlichkeit.

 

Du fragst, wo ist die Phantasie?
Ich sage, schau hinter die Schranken
Deines Denkens und du findest sie.

 

Du fragst, wo ist der Frieden?
Ich sage, lass los alles, was stört diesen.

 

Du fragst, wo ist das Vertrauen?
Ich sage, kehre um zu dir
Und du wirst staunen.


Du fragst, wo ist die Liebe?
Ich sage, befreie dein Herz
Und du bist Liebe.

 


Du fragst, warum wollen die Menschen Macht?
Ich sage, sie haben sich selbst verloren,
Denn sie gaben nicht auf sich acht.

Du fragst, warum empfinden die Menschen Neid?
Ich sage, sie sehen nicht durch die eigene Maske
des anderen Leid.

 

Du fragst, warum fühlen die Menschen sich leer?
Ich sage, sie sehen vor lauter Mauern nicht,
Den Reichtum im eigenen Meer.

Du fragst, woher kommt des Menschen Angst?
Ich sage, losgelöst vom Ganzen
Er immer bangt.

 

 

 

 


 

 

 

 

"Die äußere Welt
wird von einer
inneren Welt erschaffen
und ich wusste,
dass diese sich im
menschlichen Herzen
befindet. S.35

 

Drunvalo Melchizedek
aus "Aus dem Herzen leben"

 

 

 

 

 

 

 ""Gib mit doch eine Methode, mit der ich einschlafen kann." Und jedesmal gab ich zur Antwort: "Ein Politiker kann nicht schlafen, das ist ausgeschlossen. Ein Politiker soll nicht schlafen, das wird nicht von ihm erwartet. Und das ist gut so. Also werde ich dir auch keine Methode zum Einschlafen geben. Geh besser zu Maharishi Mahesh Yogi, der wird dir eine Methode verpassen, ohne weiter nach den Gründen zu fragen."Und das tat er dann auch.
Nach drei Monaten kam er wieder.
Er sagte:"Du hast mir einen guten Tip gegeben, es hat funktioniert! Jetzt ist alles gut, jetzt kann ich schlafen." Und ich sagte zu ihm:" Solltest du das Gefühl haben, daß Schlaf nicht alles ist, daß du vielmehr das Bedürfnis  hast, aufzuwachen, dann komm zu mir. Jetzt kannst du zwar schlafen - aber was beduetet das schon? Du bleibst nach wie vor der alte.
Morgens geht deine Ehrgeiz- Maschine wieder los. Du magst dir einbilden, daß etwas Gutes geschehen ist, aber in Wirklichkeit ist nur eines geschehen: jetzt weißt du noch weniger, was für Gründe es hatte; durch das Mantra sind sie in die tiefsen Schichten des Unbewußten verdrängt worden, und damit ist die Möglichkeit, ein neuer Mensch zu werden, in weite Ferne gerückt." S.141

 

Osho
aus "Tantra, die tiefste Einsicht"
sannyas verlag

 

 

 

 

 

 

 

 

"Setz Dich auf einen Stuhl und sei still. Lass des Tänzers Schultern aus deinen Schultern erwachsen, des Tänzers Brust aus deiner Brust, des Tänzers Lenden aus deinen Lenden, des Tänzers Hüften und Schenkel  aus den deinen; und aus deinem Schweigen werde eine singende Kehle, aus deiner Verwirrung ein klares Lied, zu dem sich der Tänzer bewegt: möges es Gott in seiner Schönheit dienen."
S.73

 

Leonard Cohen
aus "Wem sonst als dir"
Heyne-Verlag

 

 

 

 

 

 

 

"Beobachte dein Verhalten, deine Handlungen, deine Identifikationen, und du gewinnst Abstand; nach und nach entsteht ein Abstand - der Beobachter und der Ausführende werden zwei. Du kannst dich selber lachen sehen." S.234

"Das ist Nicht- Identifikation; das heißt, die Wurzeln abzuschlagen, die eigentliche Wurzel - werdet zum Spiegel....Nicht zu einem hochempfindsamen Film - denn das wäre Identifikation...... Der Spiegel hat kein Selbst, womit man sich identifizieren kann. Er wirft einfach ein Bild zurück. Er reagiert nicht, er gibt nur ein Echo. Er sagt nicht:>dies ist schön, das ist häßlich.< Wenn eine häßliche Frau vor ihm steht, ist er ebenso zufrieden, wie wenn es eine schöne Frau wäre. Er kennt keine Unterschiede. .... Der Spiegel sagt nichts. Der Spiegel beobachtet bloß, ohne die leiseste Unterscheidung zu machen. Er weiß weder von Freund noch von Feind.....Ein  Spiegel hat keine Vergangenheit. Er träumt nicht deinem Bild nach, wenn du an ihm vorbeigegangen bist. Er heftet sich nicht noch eine Weile an deinen Schatten. Nein, dein Spiegel macht keinen Versuch, das Spiegelbild zu halten, das ihn noch eben anfüllte. Nein, du bist weitergegangen, die Spielgelung ist vorbei; nicht eine Sekunde lang hält sie der Spiegel zurück..... Nicht einmal eine Erinnerung zuckt auf. Ein Spiegel
hat keine Vergangenheit. ... Ein Spiegel hat keine Zukunft....Der Spiegel wartet nicht auf das, was
als nächstes kommt: "Wer ist der nächste? Wen werde ich gleich wiederspiegeln." Der Spiegel hat keine Wahl - er bleibt wahl-los...... Selbst, wenn der Spiegel jemanden spiegelt, geschieht nichts mit dem Spiegel selber....Das bedeutet, die Wurzel ist abgeschlagen."
S.235

 

Osho
aus "Tantra , die höchste Einsicht"
Snnyas-Verlag

 

 

 

 

 

 

"Enstpannung ist wie das Aufblühen einer Blume: es läßt sich nicht erzwingen. Du mußt das ganze Phänomen verstehen - warum du so geschäftig bist, warum du dich so sehr mit Beschäftigungen eindeckst, warum du so besessen davon bist." S.99

 

Osho
aus "Tantra , die höchste Einsicht"
Snnyas-Verlag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Der Weg des Herzens ist der Weg des Mutes. Er bedeutet ein Leben in Ungewissheit, in Liebe, in Vertrauen, er bedeutet, dass man ins Unbekannte hineingeht, dass man die Vergangenheit hinter sich lässt und offen ist für die Zukunft." S. 21

 

Osho
aus "Mut"; Allegria Verlag

 

 

 

 

"Wenn du auf dein Herz hörst, wirst du nie im Zwiespalt sein. Wenn du der Stimme deines Herzens folgst, wirst du in die richtige Richtung gehen, ohne je darüber nachzudenken, was richtig und was falsch ist.
Das ist die Kunst, die die Menschheit in der Zukunft beherrschen muss. ständig wach und aufmerksam auf das eigenen Herz zu hören." S. 24

 

Osho
aus "Mut"; Allegria Verlag

 

 

 

 

 

 

 "Nur wer die Meinung von anderen vertritt, braucht Unterstützung  von außen.... Die Gesellschaft hat große Angst vor Individuen und vor Einzigartigkeit, denn das bedeutet, dass jemand unabhängig von der Menge geworden ist, dass er sich keinen Deut mehr um sie kümmert."
S. 128

 

Osho
aus "Mut"; Allegria Verlag

 

 

 

 

 

"Bewahre dir deine Würde! Lass dich von den Toten nicht kaputt machen. S. 122

Osho
aus "Mut"; Allegria Verlag

 

 

 

„Individualität verleiht Würde!
Aber der Mensch ist durch ein einfaches Mittel von seiner Individualität entfremdet worden. Man erzeugt im Individuum einen Konflikt – und vielleicht kennst du den alten Spruch: Ein geteiltes Haus währt nicht lang.“ S.71

 

Osho

„Aus purer Lust am Leben“

Innenwelt-verlag

 

 

 

„Nur daß unser Streben ein edles war! Denn ein solches trägt seinen Lohn in sich selbst – wie alles, was wir tun, wenn wir unserer inneren Natur gehorchen.“

 

Marc Aurel
"Selbstbetrachtungen"

 

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