Meister
Das, was du bist

 

Meister,

Das Schönste,

Das du mir hast gegeben,

Vielmehr, was ich

Durch dich durft erleben

Ist, jedes Wesen

In Reinheit zu sehen,

Fern aller Illusionen,

Die durch Gedanken entstehen.

 

Meister,

Als ich vor dir stand,

Nie zuvor fühlt ich

Der Liebe mich verbunden so,

Keinen Makel hast du

An mir empfunden und gesehn,

Keine Trennung konnt geschehen,

So dass ich, was ich wahrlich bin,

Konnt sehen und darin zergehen.

 

Meister,

Selbstmitleid, das kennst du nicht,

So bemitleidest du auch andere nicht.

Willst niemanden heilen,

Auch nicht bekehren.

Siehst das Heil in jedem,

Tust es vor Augen führen,

Dass jeder sich kann

An sich selbst erwärmen.

 

Meister,

Alles, was mich selber an mir störte,

Was ich vermisste, wo ich

Suchend in die Ferne schaute,

Schwand in deinem Blick,

Weil du nur schaust,

Was Liebe ist,

Erziehung kennst du nicht,

Ebenbürtig schaust du jeden ins Gesicht.

 

Meister,

Du willst bei niemanden Makel erwecken,

Ihn auf welche stoßen,

Niemanden kritisieren

Oder ihn entwürdigen,

Weil du niemanden binden,

Sondern nur erlösen hilfst,

Tust nur sein Licht berühren,

Ihn zu sich erheben.

 

Meister,

Du studierst nicht

Die Schwächen anderer Wesen,

Auf niemandens Kosten tust du dich erheben,

Tust keine Auseinandersetzungen pflegen,

Denn Angst und Trennung,

Die kennst du nicht,

Siehst alles in der Liebe Licht,

Denn Liebe ist, das was du bist.

 

 

                                                                           Ute Malina Rößner

 

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