Abkoppelung  (2. Brief an Oskar) 

 

Lieber Oskar,

 

gerade komme ich vom street food festival. Das wollte ich mir schon seit Jahren Mal anschauen, doch immer wieder verpasst und dieses Mal fast. Doch gestern entdeckte ich das Plakat an einem Laternenfahl und so bin ich heute, um zu schauen und dort Mittag zu essen, hingegangen. Es war schon interessant, zu sehen, was Menschen alles so essen. Sogar an dem Verkaufsstand, wo es gebratene Insekten und Mehlwürmer gab, standen die Leute Schlange.

Nun, ich hatte Dir versprochen weiter zu schreiben und das ist jetzt. Immerhin hast Du vieles von Dir offengelegt, worüber ich mich freue und ich es gerne auf mich wirken lasse. Du sprichst da von so einigen Männern, denn was wir denken und fühlen, betrifft nicht uns alleine, auch wenn wir uns des Öfteren damit alleine fühlen. Es geht  vielen so und es ist schön, wenn wir mit dem, was uns bewegt, offen sein können, uns öffnen können und damit auch mühelos gegenseitige Hilfe uns Inspiration sind, um immer besser ins Gleichgewicht zu kommen und damit die ganze Gesellschaft. Die ganze Gesellschaft scheint doch nicht umsonst so aus den Fugen geraten zu sein. Es ist so, weil es der einzelne Mensch ist. Im Grunde sind wir zwar alle perfekt, was sonst, doch man hat uns beizeiten den Glauben daran genommen und so haben wir selbst diese Ungleichgewichte mit Hilfe der auf uns wirkenden Umwelt und unserem Denken und Fühlen darüber in uns geschaffen. 

Doch es macht ja auch Spaß, sich selbst immer besser kennen und verstehen zu lernen und das wäre sonst vielleicht gar nicht möglich, wenn alles so wäre, dass wir nicht auf die Idee kämen, uns mit uns auseinanderzusetzen. Das haben wir letztendlich unserem Verstand zu verdanke, oder Adam? Wie sollten wir sonst das Wesen, das wir sind und Zusammenhänge von allem erkennen können? Irgendwo fängt es an. Oder trägt Eva die Schuld? 

Das ist ein notwendiger Schritt in der Evolution und dann kann der nächste kommen. Also, wir sind weder richtig noch falsch, so wie wir sind, doch fähig, uns zu formen, zu entwickeln, zu reifen, zu entdecken und wir sind liebesfähige Wesen, die voller Mitgefühl sein können. Wir haben die Fähigkeit in uns, so mit Frieden und Liebe angefüllt zu sein, dass wir diese wellenartig aus uns selbst ausstrahlen in die Welt hinein und damit helfen, die Welt zu einem friedlicheren und harmonischen Ort zu gestalten. Das Sein ist bedeutender als das Tun, denn alles Tun kann mehr Schaden anrichten, wenn es nicht dem Sein, dem Herzen entspringt. 

Wir können dabei auch erkennen, dass z. B. von manch für den Frieden oder einer angeblich guten Sache stattfindenden Demonstration eine enorme Gewalt und Feindseligkeit ausgehen kann, die kriegerische Auseinandersetzungen nähren und fördern. Es hängt alles am einzelnen Menschen, was er selbst ausstrahlt.

Wir würden uns nicht selbst mit uns auseinandersetzen wollen, wenn wir nicht wüssten, dass das möglich ist, weil im Grunde diese Zustände jeder schon erlebt hat. Es ist möglich, in diesen Zustand von wahrhaft erlebten inneren Frieden zu leben. 

Lieber Oskar, auch wenn Du Gefühle, die Dir unangenehm sind, wodurch Du Dich vielleicht geschwächt und schlecht fühlst, versuchst zu ignorieren, so sind sie ja nicht weg. Das heißt nicht, dass Du Dich mit ihnen identifizieren sollst, sie festhalten sollst. Doch Du bist sicher noch meist damit identifiziert und hältst sie fest, sonst würdest Du nicht versuchen, sie loszuwerden, indem Du einfach darüber hinweggehst. Du bist damit schon in Kampfbereitschaft und Kampf schafft keinen Frieden. Du drehst ihnen den Rücken zu und läufst davon und merkst nicht, dass sie mit Dir Schritt halten, solange das, was diese Gefühle verursacht nicht angeschaut ist. Die kommen immer wieder, egal wie oft Du sie zur Vordertür rauschmeißt. Zur Hintertür kommen sie bei Gelegenheit wieder rein. Ein Augenblick der Unaufmerksamkeit genügt. Gefühle wollen immer etwas in Gang setzten, bzw. sie zeigen an, es ist etwas in Gang gesetzt.

Wenn Du auf Dein Bankkonto schaust, so verursacht das bei Dir angenehme Gefühle und Du lässt sie zu und vielleicht auch der Anblick einer schönen Frau, besonders, wenn sie auf Deinen Anblick positiv reagiert. Da wird der Brustkorb bestimmt gleich weiter und Du wirst etwas größer und Deine Gesichtszüge entspannt. Du lässt es geschehen, lässt geschehen, was es mit Dir macht. Es vermittelt ein Gefühl von Verbundenheit, sich angenommen fühlen, Kraft, Sicherheit, Hoffnung, Klarheit, Liebe, Freundschaft, Stärke, Weite usw..

Wenn Du an einem stinkenden Tümpel vorbeikommst, verursacht das in Dir bestimmt unangenehme Gefühle und Du ekelst Dich. Du möchtest Dich dann lieber klein machen und willst Dich aus der Situation verdünnisieren. Diese Gefühle willst Du nicht und ich auch nicht. Also was wird getan? Nichts wie weg! Du bleibst an diesem Tümpel nicht stehen und schließt die Augen und hältst Dir die Nase zu oder versuchst Dich mit irgendetwas abzulenken, um den Gestank möglichst nicht wahrzunehmen. Du siehst die Ursache vor Deinen Augen, warum es hier stinkt und kümmerst Dich gar nicht weiter um die Gefühle, denn sie sind ja nur Ausdruck von einer entstandenen Situation. Du verlässt die Ursache, diesen Tümpel und schon geht es Dir besser.

Doch was ist, wenn unangenehme Gefühle in Dir entstehen, die Du nicht wirklich erklären kannst oder wofür es in der augenblicklichen Situation nicht wirklich einen realen Grund gibt, außen ist kein Tümpel in Sicht und auch kein realer Angriff? Was, wenn Du nur spürst, die Gefühle sind da, wenn Du nur daran denkst, dass Dir Dein Unternehmen genommen werden könnte oder es morgen einen Geldverfall gäbe. Warum stößt Dich der Gedanke ab, nicht reich sein zu können? Warum hast Du noch immer Angst, Dir könnte jemand überlegen sein und Du Dich einer Situation oder jemanden unterlegen und ausgeliefert fühlen? Dein Vater ist längst gestorben und noch immer fühlst Du Angst vor ihm? Bei solchen unangenehmen Gefühlen versuchst Du die Gefühle zu verlassen, doch nicht die Ursache im Gegensatz zu diesem stinkenden Tümpel, wo Du nicht mal viel Zeit hattest, den Gefühlen große Aufmerksamkeit zu schenken. Es war ein sichtlicher Zusammenhang da, den Du erkannt hattest.

Was hast Du gefürchtet, als Du nach einer Meditation plötzlich etwas Unangenehmes in Dir aufsteigen spürtest und Du Dich deshalb lieber schnell abgelenkt hast? Du hattest mir geschrieben, dass Du sogar Angst um Deinen Verstand hattest und die Kontrolle zu verlieren.

Sobald also etwas auftaucht, was Deinen Verstand verwirrt und verunsichert, versuchst Du wieder aus der rechten Gehirnhälfte in die linke zu fliegen, um ja nicht die Orientierung und Kontrolle zu verlieren. Die weibliche, intuitive Seite scheint Dir wohl etwas unheimlich, unklar und Deinen Verstand verwirrend und vernebelnd? Doch gerade durch Meditation verbindest Du Dich mit Deiner rechten Gehirnhälfte. Die linke Gehirnhälfte kann nicht Meditieren, doch sie beginnt während der Meditation zur Ruhe zu kommen. 

Dir entgeht dabei etwas sehr Wesentliches, etwas das meist aus einem Zustand tiefer Entspannung geschieht, dass wir dabei erleben, dass aus der Tiefe unseres Unterbewusstseins Dinge auftauchen, die erlöst werden wollen. Vielleicht stehst Du plötzlich in Deinem Inneren vor einem Tümpel und weißt nicht  wohin? Also, Deckel wieder drauf und nichts wie weg? Das ist nicht die Lösung, denn so erfährst Du nicht die Reinheit des Gewässers, das diese gespeicherte Dich blockierende Erinnerung aus Deinem Bewusstsein spülen will und kann. In dem Moment, wo sich von selbst etwas Derartiges in uns zeigt, es auftaucht, sind wir bereits in der Heilung. Außerdem ist es so, dass wir durch Meditation Pseudoängste verlieren, sie sich auflösen genauso wie all das, was dadurch das Licht des Bewusstseins erreicht.

Ich weiß, dass es nicht immer einfach ist, solche einem unbekannten Prozesse zuzulassen, weil wir nicht wissen, was mit uns passiert, wo das hinführt. Plötzlich kommt da etwas, von dem man sich übermannt fühlt, der ganze Körper kann dabei vibrieren und in Aufruhr kommen.  Eine verdrängte Erinnerung, eine Blockade ist wie ein Ding, dass in uns  sitzt und etwas absperrt. Eine Zeit lang hatte es sicher seinen Sinn, damit wir überleben konnten, doch es hat auch unsere Lebenskraft und Freude am Leben geschmälert und vor allem unser Vertrauen. Die Seele weiß, wann die Zeit zur Befreiung da ist und wir fähig sind, ohne diese Blockierung zu leben. Sie weiß auch, wie wir den Prozess erleben sollen. 

Du spürst im Moment das Ungleichgewicht und die Unerfülltheit Deines Lebens in Dir, sonst wärst Du gar nicht auf die Idee gekommen, meditieren zu wollen und Du hättest auch nicht letztendlich doch ein offenes Ohr für die Worte des Arztes gehabt. Du möchtest geistig, seelisch und körperlich gesund sein und Dich im Gleichgewicht fühlen. Dazu müssen unsere Gehirnhälften alle beide ein Recht haben auf ihre Existenz und keine darf die andere unterdrücken oder dass die eine die andere als minderwertig betrachtet, schadet beiden. Doch leider wird von Kindheit an das Hauptaugenmerk auf die linke Gehirnhälfte gelegt und diese so trainiert, dass die rechte Gehirnhälfte  beginnt, ein kümmerliches Dasein zu fristen und damit können wir langfristig weder gesund, noch zufrieden oder glücklich sein. Nicht mal wirklich lebendig können wir uns dabei fühlen, sondern wir mutieren langsam aber sicher zur gut funktionierenden Maschine. Die Gesellschaft will im Grunde ja nichts anderes als gut funktionierende und berechnende Maschinenteile. Doch ein lebendiger Gesamtorganismus funktioniert anders und nur daraus wächst Leben und Harmonie. 

Als das bei mir vor mehr als 20 Jahre losging, während einer bestimmten Lebenssituation, dass so viel Unbekanntes bis dahin in mir Verborgenes, begann aufzutauchen, dachte ich noch, dass in ein paar Jahren das erledigt ist und ich dann meine Ruhe habe, denn ich fand vieles einfach zu heftig, wenn auch spannend und befreiend. Doch inzwischen habe ich das Gefühl, dass es nie aufhört und doch hat sich vieles verändert, weil diese Prozesse mich verändert haben.

Heute weiß ich nicht mehr, ob das meine Blockaden sind, die ich oft löse oder einfach die, die in der Menschheit verankert sind, weil die Identifikation mit einem Ich sich gleichzeitig immer mehr auflöst und wir mit dem Massenbewusstsein gleichzeitig verbunden sind. 

Es geschieht einfach und ich lasse geschehen.

Ich lasse solche Prozesse grundsätzlich mitsamt ihrer Ungewissheit zu. Es geht gar nicht anders, wenn der Verstand nicht mehr die Macht hat, sondern das, was auch den Verstand mit einschließt. Sie lehrten und  lehren mir noch das Staunen und wenn es vorüber ist, dass ich plötzlich etwas Altes mit völlig neuem Empfinden erleben kann, ich mich von etwas erlöst fühle, was vorher meine Energie und Kraft stahl, wenn auch nicht unbedingt bewusst. Doch schon, wenn wir über etwas nachdenken und merken, dass uns ein Gedanke gefangen nimmt, vergeuden wir Energie und bringen uns mehr in die Verwirrung statt in die Klarheit. 

Ich kann Dir sagen, Dich überlegen zu fühlen braucht Kraft, denn sie resultiert daraus, dass Du Dich unterlegen fühlst oder von dieser ständigen Angst davor begleitet bist. Es ist möglich, dass, es Dir egal ist, ob  andere sich Dir gegenüber überlegen fühlen.  Es beeinflusst nicht Dein Gleichgewicht. Diesen Menschen kannst Du dann Dein Mitgefühl schenken, weil Du weißt, dass es Dir auch mal so ergangen ist und Du Dich dadurch immer wieder in übermäßigen Stress gebracht hast.

Nach all den Jahren, seitdem ich bewusst diese Prozesse erlebe, weiß ich, welchen Sinn sie haben und auch wie es mir hinterher geht. Ich weiß um die Weisheitsschübe, die damit verbunden sind und dass es immer eine Erweiterung des Bewusstseins zur Folge hat. Vertrauen, Mitgefühl und Liebe gedeihen dabei weiter. Wenn in mir mal  wieder etwas zu toben beginnt und mich in Aufruhr versetzt, weiß ich, dass es sich mal wieder um einen Erlösungsprozess handelt, um einen Auflösungsprozess. Es ist jedes Mal eine Art Tod. Ich staune manchmal, dass ich noch lebe, wenn ich daran denke, wie oft ich in den letzten 20 Jahren gestorben bin. Es ist immer wieder ein neugeboren werden. Es ist erstaunlich, dass wir uns wirklich erlebbar verändern können. Das alles durch Transformation. Doch in erster Linie erlebe ich mich immer stärker einfach als Instrument, auf dem nicht ich als Person spiele,  sondern das was meinen kosmischen Wurzeln entspricht. 

Es ist doch auch erstaunlich, dass so oft wir uns im Leben in einer Sackgasse fühlen, sich der Weg doch immer wieder öffnet. Sackgassen gibt es eben nur in unserem Verstand, weil wir nicht weiter blicken können, als es der Verstand kennt und er erkennt immer nur das ihm Bekannte, das ihm bereits Offenbarte, womit er immer wieder misst und vergleicht. 

Zum Abschluss dieses Briefes möchte ich Dir noch ein Transformationserlebnis schildern, das ich erlebte. Du brauchst nicht erschrecken oder befürchten, dass Erlösungsprozesse  generell so ablaufen. Einmal ist es jedesmal etwas anders und jeder Mensch ist individuell und anders und es gibt viele Wege, die zur Erlösung führen. Es wird immer so geschehen, dass es mit Deinem Wesen in Einklang ist und Dir als Ganzes und dem Ganzen dient. Nicht jeder sieht feinstofflich Bilder, aber fühlen kann jeder. Auch hat jeder andere Aufgaben und Fähigkeiten, denn schließlich sind wir alle Unikate und keine Kopien.  

Ich war  tief entspannt und in mir ruhend und fühlte wie meist, das beseelt sein in mir. Plötzlich sehe ich mich wie aus heiterem Himmel von Wesen umgeben, die sich vor mir aufstellen. Es waren viele. Es fühlte sich hochschwingend, bedeutend und wichtig an. Ich fühlte mich wichtig für diese Wesen, die da vor mir standen. Doch dieses hochschwingende begann sich zu verändern. Ich begann mich  später, als diese Energien immer noch da waren, unwohl zu fühlen und eingeengt. Sie sprachen nicht. Sie schauten mich nur an. Einen  Tag später wurde ich auch in der Außenwelt mit unangenehmen Situationen konfrontiert, die unangenehme Gefühle in mir auslösten. Ich fühlte ein Problem und absolut keine Lösung. Je mehr ich begann nachzudenken, desto verrückter wurde ich, denn mein Verstand hatte einfach keine. Der Verstand liebt mehr bekannte und vertraute Situationen, weil er dann aus seinen gespeicherten Informationen heraus agiert. 

Ich hatte das Gefühl, mehr und mehr die Fassung zu verlieren. Ein großer Teil von mir fühlte sich schlecht und von Angst und Panik durchdrungen. Ich fühlte die Verzweiflung. Mein ganzes Leben fand ich plötzlich scheußlich. Und dabei immer vor mir diese Wesen, die einfach da waren und voller Energie, die sie auf mich abzustrahlen schienen. Ich hatte das Gefühl, dass ich in diese Lage kam, hatte komplett mit diesen Wesen zu tun, mit diesen Energien, die halt auftauchten.

Es ging ein paar Tage so, dass ich gelitten habe und keinen Ausweg wusste, weil ich gar nichts mehr zu wissen schien, sondern mich nur durcheinander und bis zum Rand zugemüllt fühlte. Es wurde immer intensiver. Mein Verstand schien ausgesetzt zu haben. Ich war ausgeliefert. Ich ging dann in den Wald spazieren und ein auftauchender Gedanke an meine Wohnung ließ mich wahrnehmen, dass diese im Moment auch dicht voll von diesen heftigen Energien ist. Ich sah diese Dichte. Dann dachte ich, kein Wunder, dass ich mich so fühle. Weit geöffnete Fenster bringen hier keine Linderung. Diese Wesen waren voller Kraft. Ich fühlte diese Kraft, die unbeschreibbar war, obwohl sie nur vor mir standen und mich anschauten. Sie taten nichts.

Anfangs sah ich in ihnen  hohe Lichtwesen, weil die Kraft so unermesslich und lichtvoll auf mich wirkte. Ich fühlte mich richtig demütig vor dieser Kraft und diesem Licht. Doch ich selbst war  auch noch in einer hohen Schwingung.

Doch, wie gesagt, dann war es plötzlich nur noch furchtbar.

Einen Tag darauf ging ich frühmorgens wieder in den Wald. Ich war sowieso zu nichts in der Lage, weil ich im Grunde nicht mehr wusste, was ich bin und was ich war und mich  orientierungslos fühlte. Ich fühlte mich am ehesten wie ein Häufchen Asche. Ich wollte auch sterben, weil ich dachte, ich halte das nicht aus. Dieser Schmerz war unermesslich und das nach Jahren, wo ich dachte, das mit den schweren Blockaden lösen hört mal auf und es wird immer leichter. Ich fühlte es ja auch so.

Im Grunde denke ich nie an Blockaden, weil ich keine fühle, solange bis sich irgendetwas beginnt zu offenbaren. 

Während ich ging nach ca. einer Stunde blieb ich stehen auf einem Weg mitten im Wald. Die Sonne flutete die Bäume und mich und  ich stand da fest verwurzelt. Die Vögel zwitscherten und ich öffnete  plötzlich meine Arme während ich auf die Wesen, die vor mir standen zuging und sie in mein Herz, das für sie offen war einlud. Ich umarmte sie einfach und sie marschierten schnurstracks in mein Herz und ich ließ sie trinken und badete sie in Liebe und Licht. Ich ließ sie ein, auch auf einen kurzen Anflug von Angst und Gefahr hin, sie töten mich, wenn ich sie zu nah an mich heranlasse. Doch das war mir inzwischen egal. Der Tod war auch keine Bedrohung mehr. Ich hatte keine Angst zu sterben, sondern nur davor, diesen Schmerz und diese Empfindungen noch länger ertragen zu müssen.

Sie waren verschwunden, sie waren in meinem Herzen verschwunden und ich ging allein meines Weges weiter mit der Aufmerksamkeit im Herzen, wo ich diese Wesen sich ausdehnen fühlte und zwar immer angenehmer. 

Gedanken schwanden alle dahin und in mir wurde es immer stiller. Die Verwirrung löste sich auf. Ich spürte wieder Kraft in mir. Mein Atem wurde wieder natürlich tiefer und entspannter und mein Brustkorb fühlte sich befreit an. Tagelang zuvor hatte ich begleitend körperliche Schmerzen, die mich innerlich zerreißen wollten. All das war parallel mit diesen Wesen da. Ich versuchte auch von Anfang an, den Kontakt zu ihnen zu haben und sprach meine Akzeptanz aus. Doch jeder Heil- und Wachstumsprozess braucht auch seine Zeit und uns bleibt nichts anderes übrig, dem Geschehen zu vertrauen, damit sich der Prozess so vollziehen kann, wie notwendig.  Manches im Leben wollen wir, dass es ewig anhält und manches soll schnell vorüber gehen. Doch so funktioniert das Leben nicht. 

Dann während ich weiter durch den Wald ging, sah ich die Wesen plötzlich wieder vor mir noch einmal auftauchen und fragte mich im gleichen Moment, was das jetzt ist. Doch bevor ich die Frage zu Ende stellen konnte, sah ich, wie diese Wesen vor mir zu Staub zerfielen so fein, dass nichts mehr von ihnen blieb. Die Energie war befreit. Das fand ich spannend und interessant. 

 Es sind immer Lichtkräfte, die etwas ans Licht befördern und einen Raum erhellen, damit wir sehen können, was darin ist. 

Aus der Ferne erreichte mich Dankbarkeit und ich fühlte mich mit Dankbarkeit, Liebe und Demut erfüllt. 

Je erlöster wir sind, desto stärker sind wir an das Ganze angekoppelt und damit verbunden und erleben uns als das Ganze. 

Das, was wir irgendwann von uns abgekoppelt haben, wird irgendwann alles wieder angekoppelt und integriert.  Es geschieht. 

 

Herzlichst

Malina

 

 

 

 

 "Der Buddha sagte: Wenn ein weiser Mensch leidet, 

so fragt er sich :"Was habe ich bisher getan,

um mich von meinem Leiden zu befreien?

Was kann ich noch tun, um es zu überwinden?"

Wenn ein törichter Mensch leidet,

so fragt er:" Wer hat mir das angetan?"

 

 Thich Nhat Hanh

 

 

 

 Hier geht es zum 1.Brief an Oskar: "Oskar will keinen Rat"

 Hier geht es zum 3.Brief an Oskar: "Die Persönlichkeit" 

"Der Mann wird von Kindheit
an auf seine sogenannte

»Männerrolle« vorbereitet; darunter wird

Selbstbeherrschung,
Disziplin, Gefühlskontrolle
und Unterdrückung von Gefühlen der Hilflosigkeit, Unsicherheit und Angst verstanden. 

Er macht die schmerzliche Erfahrung, 

dass er mit Angst- und Versagensgefühlen
verlassen dasteht;"
 

S.87

Peter Lauster 

" Die sieben Irrtümer der Männer"

"Doch ein verborgenes, blockiertes Gefühl ist
wie ein Brocken gefrorenen Bewusstseins. Solange
dieser Brocken nicht taut, behaupten Sie einerseits:
"Ich bin ja so verletzt",
und weigern sich
andererseits, sich
die Sache anzusehen."

Deepak Chopra

"Das Buch der Geheimnisse" 

"Der sittliche Mensch
liebt seine Seele,
der gewöhnliche
sein Eigentum."
Konfuzius
 

"Das Herz wurde verleugnet - und übrigens ist es gut, sich daran zu erinnern, dass die Leugnung des Herzens auch eine Leugnung des Weiblichen ist. Und solange das Herz nicht gleichberechtigt ist, kann auch die Frau nicht gleichberechtigt sein. Solange das Herz nicht dieselben Wachstumsmöglichkeiten hat wie der Kopf, ist die Frau nicht wirklich befreit.
Die Frau ist das Herz und der Mann ist der Kopf."
S. 18

Osho 

" Intuition "

Allegria Verlag 

"Wir müssen von ganzem Herzen alles, was uns trifft, willkommen heißen, wir dürfen auch innerlich nicht murren, ja uns nicht einmal wundern."

Mark Aurel 

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