Als ich einst die Bücher von dem Künstler und Psychologen Peter Lauster las,

öffnete sich mir währenddessen eine Tür,
die mich weiter in den Raum meiner Selbst führte.


 

 Mein persönlicher Favorit ist das Buch:

Der Sinn des Lebens

"Wir müssen ganz neu beginnen,
damit sich etwas Wesentliches verwirklicht:

Die Liebe."

 

 

"Wir brauchen eine Revolution,
die den Einzelmenschen ernst nimmt.

Es handelt sich um eine bisher unbekannte Art von Revolution - die Geschichte kennt kein Beispiel dafür. Wir brauchen einen Aufbruch, der mit der Ausbreitung des Christentums vor zweitausend Jahren verglichen werden könnte.
Die neue Revolution muß in den
Herzen und Seelen
der Menschen stattfinden.
"
S.103



"Eine aus der Seele (aus dem Wesenskern) fließende Liebe resigniert nicht, denn sie ist unerschöpflich, sie drängt sich niemals auf, sie braucht keine Argumente, sie will nicht überzeugen, sie ist von einer anderen Qualität als die Gedanken, der Wille und  die Vorstellungen."

 

 "Die Autorität des Denkens muß entmachtet werden.
Der
Eifer des Denkens muß zur Ruhe kommen, damit du frei atmen und fühlen kannst. Das Denken prägt dich. Wenn du diese Prägung völlig aufgibst, kommt der wirkliche Ralph zum Vorschein, der, der du wirklich bist, der so sein kann, wie er ist, der nicht von einem Ideal des Denkens zu etwas manipuliert wird." S.50



 

"Es ist ein unsozialer Vorgang, das Wesen und den seelischen Kern eines Menschen nicht zu respektieren, ihn als ein Werkzeug zu betrachten und zu manipulieren. Es ist ein Verbrechen, einen Menschen seelisch geistig zu »entselbsten« und ihm Regeln nahezubringen, wie er werden soll, ihn daran zu hindern, sich so zu entwickeln und zu entfalten, wie er ist.
Es ist eine Aggressivität des Denkens, andere Menschen nach einem Bild manipulieren zu wollen."


 

"Das Wort Beruf kommt von Berufung, sich berufen fühlen zu einer Tätigkeit, die einen wirklich interessiert.
Nur der Berufene kann in seinem Beruf anderen Menschen mit seinen Fertigkeiten
wirklich nützlich sein
,

denn der Berufene ist aus Liebe zu den Aufgaben, die ihm gestellt werden, tätig."


"Die Gefühle unserer Innenwelt sind
die ganz konkrete Wirklichkeit.

Authentisch sein, das heißt, diese Wirklichkeit anzuerkennen und aus ihr heraus zu handeln. Authentisch sein, das heißt, sich selbst anzunehmen. Sich selbst anzunehmen, das eigene Zentrum zu erleben,.."


 

"Die vielen Sinngeber gießen ihre Inhalte in die Gefäße der heranwachsenden und erwachsenen Menschen. Zuerst die Eltern: Sie vermitteln dem Kind erste Normen, Lebensregeln und bieten Verhaltensvorbilder, die das junge, lernbegierige Wesen zu übernehmen versucht." S.16


 

"Die Sinngeber und ihre Absichten
zeigen, wie wir von "guten Ratgebern" umgeben sind. Die Absichten sind immer die gleichen: Schließe dich mir an!

Werde einer von uns! Und was nützt dir das? Dir nützt es gar nichts. Eher schon dem anderen."


"Ich behaupte, ein Gedanke, so logisch er auch sein mag,
 ist nur ein Gedanke, er besitzt nur eine gedankliche Wirklichkeit.
Dagegen ist ein Gefühl aber nichts Gedachtes, ein Gefühl hat seine Wurzeln in der Wirklichkeit."


 

"Aber der Mensch ist leider so anfällig gegenüber Manipulation dieser Art. Er ist ja so schnell bereit, ein Fremdbild zu übernehmen und ihm nachzueifern. Er macht das vermittelte Fremdbild sogar zu seinem Selbstbild. Er manipuliert sich im Sinne dieses Selbstbildes, er will so sein, wie er es bewundert, so zu sein, wie es sich scheinbar lohnt, so zu sein, wie es vielleicht erfolgreich wäre, so zu sein. Er entfremdet sich von sich selbst. Wer bin ich? Bin ich der, der ich bin, oder bin ich der, der ich zu sein wünsche?
Bin ich etwas Eigenständiges,
oder bin ich ein Werkzeug?

Wessen Werkzeug?"
S.26/27


 

"Bei jeder auftauchenden Lebenskrise
stellt sich nicht nur die Frage nach einer Problemlösung, sondern es stellen sich auch die Fragen:
»Wer bin ich?«
und:
»Worin besteht der Sinn meines Daseins? «"
S.27


"Wir müssen lernen, tief in uns hineinzulauschen,
auf die Schwingung unseres Lebens, unserer gesamten Existenz. Den Rhythmus erfühlen und mitgehen in jeder Stunde, den ganzen Tag, in der Woche, über die Monate und Jahre.
Mitgehen, mitfühlen, eingehen, aufgehen, das heißt glücklich werden."
 S.76


 

"Wir fliegen zwar zum Mond
(das war ein rein technisches Problem), aber
wir kennen immer noch nicht
unsere eigene Natur
.
Wir wissen auch immer noch nicht, ob die Religionsstifter recht haben oder uns nur mit einem Ideal in ein Traumgebilde des Wahren und Guten entführen wollten. Das Ideal hat offenbar keine Wurzeln geschlagen in uns selbst, es gaukelt als eine Erfindung unseres Gehirns vor unseren Augen, und wir kehren zurück in den Alltag, in den Kampf um unsere Vorteile -
vergessen sind dann Liebe, Mitgefühl, Mitleiden, Barmherzigkeit, Verzeihen, Verstehen, Brüderlichkeit, Gleichheit und Freiheit."  S. 12


 

 "Wir wissen viel über die Grundbausteine des Lebens, über das Atom, über das Licht und die Materie, wir können Operationen am Herzen vornehmen, wir können eine Niere verpflanzen, sogar eine Hand, die bei einem Unfall verloren wurde, wieder annähen, aber wir können nicht unterscheiden zwischen Liebe, Sexualität, Freiheit, Bindung, Denken und Gefühl. Wir sind tagsüber erfolgreich in unserem Beruf als Techniker, Ingenieur, Chirurg und Neurologe, aber wir versagen in unserer Freizeit, in unserer Beziehung zu einem Menschen  des anderen Geschlechts,
wir versagen in der Erziehung unserer Kinder, indem wir keine Zeit für sie und auf ihre Fragen keine Antworten haben."
S.58


 

"Wenn jemand Geltung will, dann geschieht das aus dem Denken heraus. Die innere Notwendigkeit aber darüber kann das Denken nicht entscheiden. Diese innere Notwendigkeit ist die Quelle des Gültigen, das alleine hat auch Geltung unabhängig vom Geltungswillen." S.81


 

"Eine liebend-positive Einstellung zum Mitmenschen reicht so weit, wie er sich davon berührt fühlt, sich angstfrei zu entfalten. Er wird sich aber davon unabhängig entfalten, so wie er ist, und mein Ideal wird daran nichts ändern können. Ich kann dann um so fester am Ideal festhalten, und die Wirklichkeit wird an mir und meinem Ideal vorbeigehen.
Das Ideal hat keinen Einfluß auf die Wirklichkeit.
Alles Denken (aus dem das Ideal kommt) ist machtlos, weil die Wirklichkeit nicht den Denkgesetzen der Ideale unterliegt, sondern sich wie Regenwasser seine eigenen Wege zum Fluß bahnt." S.24

 

 

 

"Der Sinn des Lebens
besteht darin,
seelisch zu reifen."

 

 

Der Sinn

 

Das welke Blatt,

Das nun am Boden

Zerrissen liegt -

Ich nahm es auf,

Betrachtete es

In meinen Händen

Und fand darin

Das schönste Strahlen.

Gab mich ihm hin.

So bekommt alles

Irgendwann

Seinen Sinn.

 


 
aus dem Buch
Aufbruch zur inneren Freiheit

 

"Das Glück der Freiheit mit seiner Weite und Unermeßlichkeit, das deine Seele durchströmt, ist dein persönliches Glück. Dieses Gefühl kann nicht übertragen werden.
Wir sind jeweils allein mit diesem Glück.
Es läßt sich nur von einem Dichter annähernd übermitteln.

Aber wer ist schon ein solcher Dichter? Es wäre vermessen, solchen Ehrgeiz zu entwickeln. Es geht um das Erleben, nicht um die Kommunikation dieses Erlebens."



Wenn alles glattgeht, dann funktionierst du zwar reibungslos, aber es verändert sich nichts in dir.
Es bedarf daher gerade der Krisen, der Widerstände und der Reibungen, damit du lernen kannst, welche

Möglichkeiten in dir stecken.“ S.10


 

Ehrgeiz und Aggression hängen zusammen.
Aus diesem Grund solltest du ehrgeizigen Menschen gegenüber vorsichtig sein, obwohl Ehrgeiz in unserer Gesellschaft nicht negativ bewertet, sondern eher positiv gesehen wird. Wenn die Eigenschaften Ehrgeiz

und Extraversion bei einer Person zusammenkommen, dann kann in jedem Moment einer Schwierigkeit oder eines Mißerfolgs Gereiztheit und Aggression sichtbar werden, dann muß jeder damit rechnen, jederzeit zum Zielobjekt eines ungerechtfertigten Angriffs zu werden. Es ist gut, auf solch ein Verhalten vorbereitet zu sein.“S.18

„Das Einfache bringt dich nicht zu dir selbst; es schläfert dich ein, und zwar bis zu der Stunde, in der du schockartig dem Neuen begegnest. Nur das Neue vitalisiert und führt dich zu dir selbst; das Alte schläfert dich ein und schwächt deine Energie.“ S.10


„Deshalb sei auf nichts stolz,
und sei in keinem Punkt eitel.“
S.12



„Je freier du selbst wirst, um so mehr Verständnis gewinnst du für die Unfreiheit und

das Gefangensein der anderen. S.23


 

„Du willst glänzen

durch deine Intelligenz, deinen geschäftlichen Erfolg, dein Erscheinungsbild vor anderen, durch deine Ideen, deine schöne Wohnung, deine Familie und deine Kinder, die wiederum etwas Hervorragendes an sich haben müssen, zum Beispiel gutes Aussehen oder gewinnenden Charme, oder etwas Hervorragendes geleistet haben müssen, zum Beispiel in der Schule, während des Studiums oder beim Sport.

Spürst du, wie dich das alles abhängig macht, dich gegenüber anderen Menschen profilieren zu müssen? Eitelkeit ist Profilierungssucht. S.13

 

 

Frei geboren

 

Zum wahren König

Bist du geboren,

Frei und mächtig

Deiner selbst zu sein.

Doch,

Weil du herrschen lerntest

Und haben wolltest,

Wurdest du Knecht.

 

 

 

aus dem Buch

Lassen Sie der Seele Flügel wachsen

 

"Das Denken gestaltet es um. Warum will ich es umgestalten? Kann ich es nicht so lassen, wie es ist? Warum muß sich das Denken immer einmischen?
Ich behaupte, es geht darum, die Wirklichkeit des Fühlens anzunehmen.
So wie es ist, so ist es nun einmal."




„Durch den Einsatz eines Abwehrmechanismus soll

das psychische Gleichgewicht hergestellt und die Angst

vermieden werden. Der aktuelle Vorteil liegt also auf

der Hand, die Nachteile bestehen jedoch in der Hinwendung zur Scheinlösung, Übertünchung des Problems, Lüge und psychischen Störung von der Neurose bis zur Psychose. Diese negativen Seiten der Abwehrmechanismen werden von den meisten Menschen gern in Kauf genommen, um die Angst niederzuhalten und nicht mit ihr konfrontiert zu werden.“ S.43


 

„Die Verdrängung ist wohl der jedermann geläufigste Abwehrmechanismus. Wer sich vornimmt, nicht mehr zu verdrängen, erlebt eine Kränkung natürlich besonders bewusst und schmerzlich. Er muss die Angst aushalten, die entsteht, wenn er die Kränkung gedanklich oder im Gespräch durcharbeitet.“ S.44


„Die Anpassung und Unterordnung wird

als eine Möglichkeit erlebt, Angst und Schmerzen zu

mildern. Insofern dienen die Abwehrmechanismen der

Angstbewältigung und auch gleichzeitig der Anpassung.

Das Kind erlebt, wenn es sich anpasst, dass es

dann leichter, bequemer und schmerzfreier
sein Leben
bewältigt.“ S.52


 

 

 

Das Glück

 

Das Glück krabbelt
In meinem Bauch.
Es krabbelt mir
In den Beinen.
Auf meiner Schulter
Da tanzt es bunt.
Aus meinen Augen
Strahlt es gesund.

In meinen Füßen
Springt es dem Himmel entgegen
Und  meine Hände
Wollen es fassen,
Um es dir
Zu Füßen zu legen.

 

 

 

 

 aus dem Buch

Selbstfindung

 

"Wir leiden alle mehr oder weniger unter den beschriebenen Problemen der Außenwelt, und wir wollen alle, dass sie gelöst  werden.
Solange wir  automatische, angepasste Roboter sind, programmiert  und konditioniert,
ändert sich nichts."



 

"Was wir als Kind selbst fühlen und denken, wird nicht

beachtet,
wir sollen lernen, was andere für uns vorgelocht haben und was sie für richtig befinden, weil sie es angeblich besser verstehen.
Wir akzeptieren, »unreif, dumm und unwissend« zu sein, nehmen diese Bewertungen in uns auf

und versuchen, sie mit unserem Selbst zu vereinbaren. Dieser Vorgang der Erziehung ist ständige Fremdbestimmung, Prägung unseres Geistes und Konditionierung unseres Denkens."

 

 

Glücksgefühl


Nach dem Gewitter
mit heißen Wangen
gelaufen, gestolpert
über Stoppelfelder,
barfuss,
zum Ende des Regenbogens,
um die goldenen Sterne
aufzusammeln
und in der Dachkammer
bei offenem Fenster
zu sortieren,
wie ein Glückskind.

 

Peter Lauster


 

"Selbstfindung heißt deshalb,
in Fühlung mit sich selbst
zu kommen, sich dem eigenen Inneren zu stellen.
Wer bin ich selbst?"


 

"Selbstfindung heißt Einfühlung in das ganze Seelenleben."




"Nur auf der Basis der Selbstfühlung
ist Seinsfühlung
möglich."



 

Gefunden

 

 

Nun lauf ich schon
Drei Stunden durch den Wald
Und suche und suche,
Wo ich wohl bin,
Weil eine Stimme
Mir doch sagte,
Sieh zu, dass dich findst.

 

Ich schaute hinter jeden Baum
Und auf dem Weg
So vor mich hin.
Auch schaut ich ganz genau
Hinter den kleinen Tannenbaum
Und ob unterm Laub
Ich versteckt wohl bin.

 

Doch weit und breit
Bin ich nicht zu sehn
Und ich weiß auch nicht,
Wie sollt ich mich erkennen,
Wenn ich nicht weiß, wer ich bin.
Hab mich noch nie gesehn,
Wenn ich doch gar nicht bin.

 

Und überhaupt,
Was soll die ganze Sucherei
Und wer soll finden wen?
Was ist,
Wenn ich gefunden hab
Das, was ich angeblich bin,
Doch finde darin keinen Sinn.

 

So lass ich einfach weiter
Geschehen jeden Augenblick,
Der kommt und geht,
Mich füllt und leert,
Baut auf und auch zerstört
Und bei alledem
Mich lässt unversehrt.

 


 

 


aus dem Buch 

Die sieben Irrtümer der Männer

 

"Manchmal glaube ich, dass ich Angst vor den Frauen habe, aber wenn ich doch der überlegene Mann in der Gesellschaft bin, dann sollte ich doch keine Angst haben, dann sollte ich mich tief innerlich überlegen fühlen. Aber ich fühle mich nicht so." S.11


"Der Mann wird von Kindheit an auf seine sogenannte

»Männerrolle« vorbereitet; darunter wird

Selbstbeherrschung, Disziplin, Gefühlskontrolle und

Unterdrückung von Gefühlen der Hilflosigkeit, Unsicherheit und Angst verstanden.
Er macht die
schmerzliche Erfahrung,
dass er mit Angst- und
Versagensgefühlen verlassen dasteht;"
S.87


 

"Wir starren wie gebannt auf den Körper; der Körper wird fit gehalten, er wird trainiert, seine Leistung steht im Mittelpunkt. …… Die Männer sind geradezu fanatisch körperfixiert - das ist der erste Irrtum, der direkt in ihre Sexualprobleme hineinführt." S.19-21


 

"Das Seelische ist vom Körperlichen abgetrennt,

und der Geschlechtsverkehr wird zu einem

reinen Körpervorgang der Potenz, Erektion und

Ejakulation.
Die Liebesfähigkeit, also zärtliches Liebhaben,
kann so überhaupt nicht erlebt werden. S.22


Der vernunftfixierte Mann ist eine Enttäuschung

für die Frau und wird so zum Feind des Lebens."S.34

 

"Die meisten Männer aber missachten das Seelische

(siehe 3. Kapitel) und starren wie gebannt auf

das Körperliche, bei sich selbst und ihrer Partnerin." S.23


"In diesem Kapitel möchte ich den intellektfixierten

Mann vor allem aus der Mittel- und Oberschicht

untersuchen. Er stellt die Rationalität in den

Mittelpunkt seines Lebens." S.31



"Der Mann kontrolliert sich, weil er denkt, vielleicht

etwas Falsches sagen zu können;
er hat Angst vor den Gefühlen,
die dann in ihm hochsteigen;

er schämt sich dieser Gefühle, er denkt, dass

er dann womöglich zuviel über sich verraten könnte.

Der Mann ist nicht offen, er gibt sich lieber verschlossen, gibt sich als der große Schweiger." S.125




"Ich lehne das Körperliche nicht ab. Der Körper ist

die Basis, der Resonanzboden, auf dem das Lied

gespielt wird.
Eine Geige braucht den Holzkörper,

der die Töne erklingen lässt.
Auch die Saiten sind etwas Materielles, sie sind in übertragenem Sinn das Nervensystem. Aber damit das Lied uns bezaubert, das dann gespielt werden soll, muss der Spieler Liebe zum Spiel haben. Auf den Spieler und seine Seele kommt es an." S.24


"Ein Mensch, der nicht sensitiv geöffnet ist,
geht
an der Außenweit vorbei;
sie kann seine Seele nicht berühren; er sieht nichts, hört nichts, liebt also nichts und bringt deshalb auch nichts Seelisches zum Ausdruck. Er redet vielleicht über »Sachliches«, aber seine Seele bleibt dabei unbeteiligt." S.57



 

"Echte Freiheit ist aber ganz anders.
Sie entsteht aus dem Mut,
sich den eigenen Gefühlen zu stellen.

Der Mann ist deshalb ein hochgradiger Neurotiker,

der so tut als ob, der ständig auf der Lauer

liegt, um sein Bild, das er sich und anderen vorspielt,

zu verteidigen. Männlichkeit, auf Lügen aufgebaut,

muss sich ständig beweisen; sie wird so zu

einer Belastung für ihn selbst, die Frau und andere

Männer." S.110


 

"Frauen verwirklichen häufiger

das, wonach sich Männer sehnen; deshalb sind

Frauen vielen Männern oft seelisch überlegen.

Sobald ein Mann das spürt, flüchtet er um so mehr

in die angestammte Rolle und Maske, obwohl er

bereits demaskiert ist und ihm diese Flucht vor

einer erkennenden Frau nichts mehr nützt; er macht

sich durch diese Tarnung nur noch unglaubwürdiger,

lächerlicher und verächtlicher.
Der Mann ist von innerer,
also echter Freiheit,  weit entfernt."

S.111


"Es ist aber nicht der ständige Wechsel des Instruments, der uns die vermisste Erfüllung bringt. Wir müssen uns seelisch mit Kreativität, Sensibilität und Sinnlichkeit beschäftigen, nicht damit, den Resonanzkörper zu lackieren oder auszuwechseln." S.24

"Nur ein Mann, der als Kind das Glück hatte, eine

warmherzig liebende Mutter zu haben und - was

noch seltener ist - einen gefühlsoffenen Vater, kann

seine Hilflosigkeit annehmen und mit ihr vertrauensvoll

nach innen und außen umgehen." S.87

 

 

 


Tanzender Hut



Wind, Wind, Wind.
Wo kommst du her
So plötzlich und geschwind.
Reißt mir den Hut vom Kopf und
Lässt ihn tanzen durch die Lüfte
Und wenn mein Liebster nicht
So flinke Füße hätt,
Wär mein Hut gewesen
Für immer fort.

 

Ich folgt ihm nur
Mit meinen Blicken,
Er brachte mich
Mit seinem Tanz
Fast zum Entzücken
Und wenn der Wind
Schneller wär gewesen,
Hätt ich bald ein neues Hütlein
Auf meinem Kopf gesehen.

 

 

 

 

 aus dem Buch

Wege zur Gelassenheit

 

 

"Zu aller erst möchte ich klarstellen, daß Gelassenheit

nichts mit einem »dicken Fell« zu tun hat.
Wer ein dickes Fell besitzt, ist dickhäutig und stumpf, er will sich nur schützen, das ist keine wirkliche Gelassenheit.
Wer Tranquilizer schluckt oder Alkohol trinkt, um auf chemischem Weg vor der Angst Schutz zu suchen, reagiert auf Reize scheinbar gelassen, ist in

Wirklichkeit aber nur betäubt und deshalb nicht wirklich gelassen.

Wer sich einredet, daß er »über den Dingen steht«, weil er

z. B. besonders begabt ist oder aus einer privilegierten

Gesellschaftsklasse hervorgeht, weil er Erfolge im Beruf hat oder eine schöne Frau geheiratet hat bzw. den erfolgreichsten Mann am Ort, auch der betäubt sich.
Zur Schau gestellte Gelassenheit

ist eine Scheingelassenheit, die leicht zusammenbricht, sobald unerwartete Streßbelastungen auftreten." S.10


 

"Gelassenheit stellt sich von selbst ein, wenn ein

bestimmter seelisch-geistiger Zustand erreicht ist.
Man kann nicht nach Gelassenheit streben, denn gerade wenn man nicht an sie denkt, wenn man absichtslos einer Beschäftigung nachgeht, wenn man in einer Beobachtung völlig aufgeht, ist sie plötzlich da.

Sobald man sie bemerkt und bewußt festhalten will, ist sie sofort wieder weg - verflogen, verdunstet." S.11


 

"Es ist immer wieder dasselbe: Einer strebt nach Erfolg,

nach Geld, Macht, äußerer Unabhängigkeit, geordneten

Verhältnissen, nach Partnerschaft und Sex, und hat er das alles erreicht, zeigt sich, daß er damit nur etwas Äußerliches gewonnen hat, aber nichts für sein

seelisches Wohlbefinden." S.16


 

"Wie kann man gelöst sein, wenn man innerlich
so unter Spannung steht,
wenn das Erlebnis der Einheit fehlt
,
wenn der Körper andere Bedürfnisse hat als der Geist und die Seele?
JederMensch spürt die Echtheit seiner Befindlichkeit. Er spürt, ob er wirklich er selbst ist. Wer einem ehrgeizigen Ziel hinterherjagt, das nicht sein wirkliches Ziel ist, steht unter Spannung zwischen Wollen und Sein. Er strengt sich für etwas an, das ihm keine Befriedigung vermitteln kann. Das ist wirklich sehr frustrierend, verkrampfend und ängstigend. Gelöstheit kann nicht aufkommen,

weder mit Alkohol noch mit Hilfe von Psychopharmaka.

Gelöstheit bedeutet losgelöst sein." S.17


 

"Das Leben ist kein Rechenexempel.
Wer sich an Sicherheiten klammern will, der geht mit Sicherheit in die Irre.
Lebendigkeit ist Unsicherheit. Je lebendiger, desto unsicherer. Nur der Tod ist sicher, das Tote, das sich nicht mehr bewegt, bleibt auf seinem Platz. Nach Sicherheit streben, das heißt Totes verehren. Lebendigsein aber ist das Gegenteil von Festigkeit und Planung." S.19

 


"Leben kann man nicht verplanen,
es ist ein herrliches Spiel der Unsicherheit.

Wenn man Entfaltung ohne Plan und Sicherheit zuläßt, geschieht das Unsichere, das Unerwartete, das Begeisternde - jedenfalls keine Langeweile. Wenn ich neben einem Menschen sitze, der »Prinzipien« gehortet hat, nach Sicherheit strebt, einem Ideal nacheifert, der ist so langweilig,
daß ich mich in seiner Gegenwart unwohl fühle und aufstehen muß." S.20


 

"Wie herrlich ist die Luft der Unsicherheit. Seine Sicherheit beengt, schränkt ein, seine Ausstrahlung, seine Gedanken, die Blüten seines Geistes sind Kunstprodukte, sie sind so künstlich wie Kunstblumen im Vergleich zur lebendigen Rose.
Wenn Menschen Gedanken äußern, erkenne ich sofort, ob diese Gedankengebilde
Rosen sind oder Gummiblumen." S.20

 

 

"Die beste Prophylaxe gegen den Herzinfarkt ist Herzlichkeit, emotionale Aufgeschlossenheit, die Fähigkeit, mit Streßfaktoren offen umzugehen, Streßerlebnisse zu registrieren, aber Abstand dazu zu gewinnen und trotzdem die herzliche Aufgeschlossenheit

nicht zu verlieren:
Das Herz weit und offen halten, alles verstehen,
alles zulassen, sich gegen nichts sperren
und verengen.
"
S.21


 

„Jeder ist auf seine Art ein Weltverbesserer, der eine will, daß alle katholisch sein sollten, der andere möchte die Religionen abschaffen, der nächste akzeptiert nur diejenigen, die den Sozialismus verstanden haben, er diskutiert feindselig mit demjenigen, der Individualismus für das Allerwichtigste hält, das Unheil kommt für den einen von der Monogamie, für den anderen ist die antiautoritäre Erziehung der Ursprung allen Übels. Jeder kämpft gegen jeden, jeder ist Weltmeister im Besserwissen. Das führt zwangsläufig in ein Streben nach Überlegenheit, nach Bestätigung des eigenen Denkens, jeder will auf seine Weise mit seiner Vorstellung die Welt und die Menschen erretten und erlösen.
Der Geist ist ein rechthaberischer Reformator, ein verbissener Streithahn. Das Ich kämpft um Geltung.
Alles
Kämpferische fordert natürlich Widerstand heraus, denn Gewalt erzeugt Gegengewalt.“ S.51


 

"Selbstbewußtsein ist dagegen innere Sicherheit,
die dann 
entsteht, wenn ich bewußt mein Selbst lebe,
wenn sich Wahrheit und Wahrhaftigkeit entfalten." S.57


 

 

Mei' Ruh'

 

    Zart bist du

Und sanft dazu
Und du
Nimmst mir

    Mei' Ruh'

 

 

aus dem Buch

Lebe leicht und frei

 

"Basiswissen für den Beruf ja,
weil die Wirtschaft den arbeitenden

und gut funktionierenden Mitarbeiter in der Industrie

und in Behörden und Verwaltungen braucht.
Gewünscht wird der angepaßte Mitarbeiter, der seine Kenntnisse gut funktionierend einsetzt und zur Verfügung stellt, denn dafür wird er ja

schließlich entlohnt.
Ob er eine harmonische Partnerschaft lebt und ein glücklicher, entspannter, zufriedener, gar reifer erwachsener
Mensch wird, das bleibt seine Sache." S.18


 

"Oder man fühlt, daß man von seinem Vater oder seiner Mutter in eine Richtung gedrängt wird, die aufgezwungen scheint, und so wähnt man Manipulation und spürt die Unfreiheit, die daraus entsteht.
Man wehrt sich dagegen, ist aber unglücklich darüber, sich wehren zu müssen und sich dadurch nicht mehr weiter offenbaren zu können.
Die Einsamkeit ist groß. Keiner
versteht einen." S.22


"Angst ist nicht wissenschaftsfähig, nicht gesellschaftsfähig

– und deshalb auch nicht medienfähig. Das Thema Angst ist zu belastet; es verspricht keine Einschaltquoten.
Über Angst will niemand etwas wissen,
obwohl wir alle Angst haben
,

wie bei spielsweise die vielen Fragen zu Beginn dieses Abschnitts deutlich gemacht haben." S.46



 

"Deshalb ist unser Leben ein ständiges Rütteln an unseren Konditionierungen und ein täglicher Aufbruch zum Ausbruch aus allen Konventionen. " S.31

"Es sei deutlich betont, daß Angst keine seelische Krankheit ist, sondern zur Natur des Menschen gehört, also etwas Natürliches ist." S.48

 

"Um der Sicherheit und der Geborgenheit willen passen

wir uns als Kind an. .....

Es besteht täglich ein Ausbalancieren zwischen Mutter-

Kind, Vater-Kind, Mutter-Vater um Anpassung und Erfüllung des Harmoniebedürfnisses, dem Streben nach Sicherheit und Aufrechterhaltung eines Sicherheitslevels." S.39



"Unser Leben kreist um das Thema Angst,
aber keine psychologische Theorie, keine psychologische Therapie hat bisher der Angst die Bedeutung entgegengebracht, die ihr gebührt, auch nicht Sigmund Freud, der geniale Erfinder der Psychoanalyse."
S.46



"Mit der Angst wollen sich vor allem Männer nicht auseinandersetzen, und zwar weder privat noch wissenschaftlich." S.39


 

"Angst ist das große Verdrängungsthema zum Ausklang dieses Jahrtausends.
Mit dem Thema Angst kann man zum Feind in jedem gesellschaftlichen Small talk werden. Angst widerspricht dem Zeitgeist, denn der esoterisch geprägte Zeitgeist hat das »positive

Denken« auf den Schild gehoben. Angst, Kummer, Leid, Sorge, seelische Schmerzen – alles Papperlapapp, denn »positiv denken« ist die Devise. Die Welt gehört den extravertierten Optimisten, den risikofreudigen, fitneßstarken Machern. Angst? Igitt! Das ist ja so was wie die Spinne im Badezimmer: Handtuch draufdrücken – und weg damit!" S.47

 


"Die Angst ist etwas Elementares, das zu jedem Leben

gehört;
sie hat eine grundlegende Bedeutung für unsere Entwicklung als Mensch. Es ist daher entscheidend, wie wir mit unserer Angst umgehen. Da die meisten sie nicht wahrhaben wollen, verleugnen sie sie, vor allem natürlich vor anderen, aber auch

vor sich selbst. Das zu wissen ist im Hinblick auf ein neues Menschenbild sehr wichtig." S. 49

 

"Durch Angst können Minderwertigkeitsgefühle entstehen, weil, wie wir feststellten, Angst als eine Schwäche empfunden wird. Und dieses Gemisch von Angst und Minderwertigkeitsempfindungen

führt zur Depression." S.49

 

"Eine weitere Reaktion auf Angst ist, wie schon angedeutet, die Aggression." S.50

 

"Je größer das Macho-Gehabe,
desto größer ist die
Angst.
Allerdings gilt nicht: Je kleiner sich jemand macht, desto weniger Angst hat er. Sich klein, bescheiden und demütig zu geben ist, wie schon die Ausführungen über Depressivität andeuten,

auch eine Form der Angstbewältigung." S.51



"Unsere gesamte traditionelle Erziehung ist auf Angst aufgebaut, beispielsweise der Angst vor Tadel, vor Strafe, vor Liebesentzug.

Das konservative Menschenbild geht davon aus, daß sich das Kind den Forderungen und Erwartungen der Eltern (später der Lehrer) zu fügen und anzupassen hat, damit die Gesellschaft funktionieren kann. Freiheit erscheint äußerst suspekt. Ja, wir haben sogar Angst vor freien Menschen, weil die sich weniger mit Angst manipulieren lassen. Keiner will den freien Menschen

wirklich, weder der Staat noch die Unternehmer, noch die Kirchen. Selbst der Mann will keine freie Partnerin, die Frau keinen freien Partner. Deshalb wird die traditionelle Erziehung, die Tadel, Strafe und Liebesentzug einsetzt, auch nicht in Frage gestellt." S.54

 

"Wir passen uns an, und zwar vor allem aus

Angst, um Sicherheit zu erlangen:
als braves Kind und ordentlicher Schüler, als gelehrsamer Student und gut funktionierender Arbeitnehmer."
S.55



"Wir haben das Menschenbild von Freiheit, Selbstbestimmung und Individualität, Klarheit, Redlichkeit und Wahrheit, Ehrlichkeit,

Gerechtigkeit und Korrektheit, von Selbstverwirklichung

zwar im Kopf, denn wir wissen um die Richtigkeit dieses Bildes, aber die elementare Angst, der wir nicht ins Gesicht sehen wollen, hindert uns daran, das zu leben, was wir als richtig erkannt haben.
So leben wir falsch – falsch mit der richtigen Erkenntnis." S.57

"Können wir nicht frei sein, also keine Sicherheit mehr haben? Wir können das nicht ertragen. Das erzeugt eine Angst, die in alle Ängste, die wir haben, einfließt. Angst ist die Basis. Freiheit heißt auch

Angstfreiheit, denn nur, wo Angstfreiheit existiert, hat Liebe Raum." S.64



"Die Liebe impliziert die Chance,
inneren Frieden und
seelisches Glück im Leben zu finden." S.95

"Liebe hat eine sinnliche Basis. Sie hat nichts mit dem Denken oder der Ratio zu tun. Das Denken kann Liebe nicht erzeugen, kann Liebe eher zerstören. Liebesfähigkeit wird in der Kindheit

entwickelt. Deshalb halte ich es für so wichtig, daß Kinder im Kontakt mit der Natur heranwachsen und nicht in einem Wohnsilo zwischen grau asphaltierten Parkplätzen und stark frequentierten Supermärkten." S.97



"Liebe achtet den anderen; Nichtliebe achtet den anderen nicht, denn sie verschließt sich der Sensitivität. Liebe erzeugt das Glück der Zeitlosigkeit;

Nichtliebe erzeugt Langeweile und macht die Zeit bewußt." S.109

 

 

Der Schirm

 

Den Schirm
Zur Seite gestellt.
Die Arme offen.
Soll es doch regnen
Auf mich herab.

Meine Tränen
Sind auch
Mein Lachen,
Die sich erinnern
Zurück.

 

 

 

 aus dem Buch
Stärkung des Ich

 

"Was hilft dir alles enzyklopädische Wissen der Welt,
das sowieso nicht zu
erlangen ist, oder was helfen dir alle spezifischen Kenntnisse eines Spezialgebietes, wenn du dir selbst ständig ausweichst?  Bildung und Wissen können zu einer Flucht vor dir selbst werden, genauso wie Status, Karriere, Erfolg, Konsum und Besitz.
Was nützt dir das alles, wenn du vor deinem Inneren ständig auf der Flucht bist und dich selbst nicht verstehst und damit auch die anderen nicht begreifst?
Du lebst dann wie ein tüchtiger Automat, der einige Funktionen perfekt erfüllt, aber du bist kein vollständiger,
ganzer Mensch. Ganzheit ist erst Heilheit. Nur ein

ganzer Mensch (Körper, Geist und Psyche) ist wirklich

gesund. Deshalb ist die Integration der Seele von so großer Bedeutung."


 

"Davon völlig unabhängig ist eine viel größere Zahl von Menschen psychisch noch nicht geboren, obwohl sie, durchaus beruflich erfolgreich, in der Mitte ihrer Lebensjahre stehen. Ich sage:
Erfolg ist etwas sehr Oberflächliches,
genauso wie Tüchtigkeit, Leistungsfähigkeit, gesellschaftliche Stellung, akademischer
Grad, sportlicher Erfolg. Selbst eine Karriere im Bereich einer religiösen Institution ist etwas sehr Oberflächliches.

Auch dort gelten Gesetze der Karriere und nicht

die Werte der seelischen Ausreifung."


 

"Das Ego stärkt sich, sobald ein anderes Ego reglementiert und beherrscht werden kann; das ist positiv getarnte Aggressivität:
»Ich bin doch im Recht, außerdem helfe ich dem anderen dabei, wenn ich ihn auf seine Fehler aufmerksam mache.«"


"Individuell zu sein impliziert das Risiko,
nicht anerkannt zu werden.

Damit meine ich jedoch nicht die Individualität
aus Protest, um sich über Provokationen interessant
zu machen. 
Wirkliche Individualität will
sich nicht gegen etwas anderes profilieren, sondern
sie will nur so sein und das ausdrücken,  was sie ist."


 

"Diesen ganzen Schutt des üblichen Denkens
gilt es erst einmal wegzuräumen
,
damit der Blick freier wird für die Psyche. Sich mit ihr zu befassen
ist niemals oberflächlich, sondern ein Zeichen von Ernsthaftigkeit."


"Deine Erziehung verlief körperbetont und intellektorientiert. Seelenleben war etwas Nebulöses, über das nicht gesprochen wurde. Nun bist du selbst darauf gestoßen, daß du dich nicht kennst, nicht weißt, wer du eigentlich bist.
Was nützt alles Handeln und Aktivsein, was nützt alles Streben nach Erfolg und Besitz,
wenn du nicht weißt, wer du bist?

Du hast funktioniert wie ein Computer,
und du warst stolz darauf."

 

 

 

 


    Eingefleischt

 

 

Erloschen die Welt,
Die mich gestern noch hielt,
In sich gefangen.
Sie war mir vertraut
Und das Neue so graut.
 
Die Gedanken nicht mehr,
In die geformt und eingeschlossen,
Wissend ich trat,
Doch in diesem Gebilde
Ich mich vergaß.
 
Als Sehnsucht ich blieb,
Die immer und immer rief,
Komme zu mir ewiges Licht
Zu sein, was du warst
Und immer noch bist.
 
Sie zieht mich hinein
In mein wahrhaftig Sein
Stück für Stück.
Zerbricht das Gebäude,
Das mich hält und erstickt.
 
Sie zieht mich heraus
Aus der absurden Welt,
Die ein Konstrukt,
Gewebt aus Gedanken
Und somit verrückt.
 
Ich gebe mich hin,
Ertrage die Schmerzen
In denen ich mich find,
Damit sich löst,
Was ich nicht bin.
 
In peinigenden Stunden
Bluten die Wunden.
Es ist nicht ganz leicht,
Zu stark und zu fest
Wir eingefleischt.
 
Gebe nicht auf,
Mich weiter hin
In das, was ich bin
Und erlebe sogleich,
Wie frei ich doch bin.
 
Der Form entzogen,
Geistere ich herum,
Zu formen die Form,
In der morgen ich bin,
Ich Bin.
 
 
 
 

 

 

aus dem Buch

Die Liebe

 

 

"Wer sensitiv geöffnet ist und empfangen kann,
ist in der Lage, seelische Zärtlichkeit für seine Umwelt und die anderen zu empfinden.

Wer dieses Liebesgefühl in sich erfahren hat, der weiß auch, daß Liebe als ein seelisches Phänomen unabhängig von Sexualität ist."

 

 

"Die Liebe ist völliges Akzeptieren,
die Individualität des anderen
wird ohne Frage angenommen."


Liebe ist die positive Kraft
der seelischen Evolution,

und Haß ist
die Kraft zur Befreiung. Liebe und Haß sind keine Gegensätze. Die Liebe ist das oberste Prinzip des Lebens, und der Haß ist eine Reaktion, die der Liebe verzweifelt zum Durchbruch verhelfen will.
Der Haß steht
im Dienst der Liebe." S.114



 

Ich kann den Kontakt zu Mitmenschen als eine berufliche oder soziale Aufgabe ansehen,

wenn jedoch die Liebe zu meinen Mitmenschen hinzukommt, fühle ich mich glücklicher.“ S.17


 

„Ein liebender Mensch gibt Zuwendung,
ohne zu fragen, was er als Gegenleistung dafür bekommt
S.43

 

„Die Liebe
ist die Konzentration des Lebens,
der Lebendigkeit und des Glücks.“
S.167



 

"Die Liebe ist ein begierdeloses Schauen,
ein begierdeloses Erkennen, sie genügt sich selbst, sie entwickelt sich ohne Gier, und ihre

Erfüllung geschieht ohne Begierde."
S.66

 

"Die Aufmerksamkeit ist weiser als das

Denken.
In Achtsamkeit empfinde ich Achtung vor dem, was geschieht."
S. 175

 

 

"Durch die Brille einer Ideologie können Sie nicht die

Wahrheit finden und Ihre Mitmenschen nicht ganz erfassen, Sie behindern sich selbst, Sie erfahren keine Offenheit, und Sie werden nicht fähig zu lieben." S.63


"Liebe heilt"
S.174

 

 

„Liebe
ist keine Therapie für mangelndes Selbstbewußtsein.
Sie erfordert viel Selbstbewußtsein, damit sie sich realisieren kann,  ohne etwas zu erwarten, ohne etwas zu bekommen. Die reife Liebe erfordert autonomes Selbst und Individualität.“ S.68



"Die Liebe
ist ein exemplarisch lebendiger Vorgang,
sie ist vollkommene Lebendigkeit.
Wenn diese Lebendigkeit eingeschränkt, diszipliniert oder behindert wird, dann wehrt sich die Seele und der Organismus. Der Körper reagiert mit

organischen Symptomen, und die Psyche reagiert mit Haß." S.114


"Das Geben ist die Fähigkeit zu lieben.“
S.4

 


 

Wo sind die Worte

 

Wo sind die Worte
Die mir sagen können,
Was ich fühl für ihn,
Für ihn  in mir.

 

Ich  muss es doch
In Worte fassen,
Damit es greifbar wird
Und ich begreifen kann.

 

Wie soll ich händeln
Das Unhandliche
Und es definieren können,
Wenn ich es nicht formulier.

 

Ich muss die Form
Doch finden,
Die formte mich
Mit ihm
Zu einem Gedanken
Und einem Gefühl.

 



 aus dem Buch

 Liebeskummer als Weg der Reifung

 

 

"Du mußt Dich dem Geheimnis beugen. Mit der Liebe betrittst Du die ganz andere Dimension des Lebens, die absolute Freiheit, die nur in völliger Losgelöstheit existieren, brennen und leuchten kann.
Freiheit ist nicht machbar;
sie ist ein Fallenlassen, ist ein Vertrauen ohne jegliches Mißtrauen.

Sie ist das Fallen, auch in die Tiefen des Unglücks. Aus dieser Tiefe steigt dann mitunter - nicht immer, nicht vorhersehbar und planbar - ein unerwartetes Glück."
S.36


 

"Authentisch werden heißt, einander ähnlich werden.
Je authentischer ich bin und je authentischer auch du bist, desto näher kommen wir uns.
Im Kern unserer Seele sind wir uns gleich.
Je mehr wir diese Gleichheit fühlend erkennen - und das ist nur möglich über Authentizität -, desto mitfühlender können wir uns begegnen."
S.31



"Die Liebe ist Ganzheit
einer Begegnung von Geist, Seele und Körper.

Du kannst nicht über den Geist, also über die Worte allein, diese Ganzheit wiederbeleben. Eine >Aussprache< führt eher zur Vertiefung der Trennung als zu ihrer Überwindung. Die Konzentration auf das Reden lenkt ab von der Ganzheit. Die vielen Worte, die vielen Möglichkeiten für Mißverständnisse, die in den Worten enthalten sind, sind eher ein Stolperstein für die Liebe. Wir schätzen in der Regel den Wert der Worte viel zu hoch ein. Wenn die Liebe
entschwunden ist, kann sie nicht mit noch so schönen Worten >zurückgeredet< werden. In diesem Bereich der Lebendigkeit überschätzen wir das Wort. Worte trennen schneller, als Du glaubst. Überschätze also nicht die Kommunikationsform des Gesprächs."S.35




Das Bühnenbild

 

Das Bühnenbild verändert sich
In jedem Augenblick.
Der eine tritt hervor
Und der andere zurück.

Genieße das Stück
Als Spieler
Und sei gleichzeitig
Der  Zuschauer,
Der sich gelassen lehnt zurück.

 

aus dem Buch
Aussen top-innen flop

 

 

„Über neunzig Prozent der Menschen sind in unserer

modernen Gesellschaft psychisch gestört.“ S. 7


 

„Über all diese Jahre lernte ich zu verstehen, dass wir in unserer Seele extrem verletzbar sind.
Aus Verletzung heraus geschieht alles weitere Unheil.“ S.6

 

"Wir werden von anderen verletzt, täglich, stündlich;

damit umgehen zu können, darauf kommt es an."
S. 6


"Ich habe Männer gesehen, die

stark erschienen und vor ihren Schwächen stets geflohen waren, von einem äußerlichen Erfolg zum nächsten, und die dann wegen einer Liebesaffäre zusammenbrachen." S.5


 

"Eine Lebenskrise ist keine Schwäche,
sondern die

Chance für eine Neuorientierung." S.7


 

„Wenn wir innerlich frei werden,
dann gelangen wir aus dem Schatten ans Licht.“ S.6




Die Neue Zeit

 

Die Uhr,
Sie schlägt
Für eine Neue Zeit.


Das Tal durchschritten,
Strebt es ins Licht hinaus.

 

Die "Könige" von heute
Mit ihren Hirnen
Denkend und lenkend,
Werden zu Grabe getragen,
Auch wenn die jammern und klagen.

 

Als "Bettler"
Werden sie sich wiederfinden.
Die Kleider zerrissen
Und machtlos geworden.

Ohne Prunk und ohne Putz
Fallen sie
In ihren eigenen "Schmutz".


Doch werden sie sich öffnen
Für die Kraft des Geistes,
Der alles durchdringt
Und alles umfasst
Und lassen die Kleider fallen,
Werden sie sehen,
Wer sie wirklich sind
Und erkennen,
Dass es nur Könige gibt
Und was für elende Better
Sie einst doch waren.




 

aus dem Buch
Lebenskunst

 

"Aber das Denken enttäuscht mich immer

              wieder, denn es führt nicht weit."


"Wer Forderungen und

Erwartungen nicht erfüllen will, weil er im Moment etwas anderes von Herzen lieber tun möchte, weil er aus dem Innersten heraus ein anderes Bedürfnis spürt, der ist »ein Egoist!«"


 

"Unser Gefühl »weiß«, was wir wirklich wollen, aber der kluge Verstand weiß es nicht,
er
betrügt uns mit seinen rationalen und logischen Argumenten, und er entfernt uns dadurch immer mehr von dem, was wir eigentlich  wollen, was uns glücklich machen würde.
Der Intellekt muß entmachtet werden, der Diktator gestürzt  sein, damit die Seele  sich entfalten kann."


 

"Wir müssen den Mut aufbringen,
von Herzen subjektiv zu sein,

uns zur Subjektivität zu bekennen, und je bewußter und direkter wir das tun, um so besser. Mut zur Subjektivität ist Mut zur Unsicherheit."


 

"Liefere ich mich aber dem Leben aus, dann muß ich subjektiv sein, denn hier gibt es keine Sicherheit. Wir haben nicht gelernt zu sagen: Ich empfinde so

und so, das ist mein Gefühl, ich stehe dazu, auch wenn die anderen etwas anderes fühlen. Wir haben leider nur sehr selten erfahren, welche Sicherheit in der Unsicherheit entstehen kann."


 

"In der Unsicherheit liegt die Bereitschaft zur absoluten, totalen Akzeptierung dessen, was geschieht."


 

"Wenn ich die Unsicherheit akzeptiere und annehme,
dann stehe ich mir selbst
am nächsten."


 

"Je mehr wir nach Sicherheit streben, desto stärker schwindet aus unserem Leben die Spontaneität des Augenblicks,
desto starrer stehen wir im

Wind, und desto zerbrechlicher werden wir."


 

"Wir wollen geliebt werden und nehmen deshalb immer wieder die Fremdbestimmung freundlich lächelnd auf uns und verzichten auf Selbstbestimmung, weil sie ja »so egoistisch« ist."



"Ich muß in meinem Leben aber den Sprung der Erkenntnis machen, daß alles Denken keine Basis hat, auf die ich mich wirklich verlassen kann, also nur eine Scheinsicherheit vermittelt, denn wirkliche existentielle Sicherheit gibt mir nur der Sprung in die Unsicherheit, wenn ich mich dem Strom des Lebens

ausliefere, mit dem Strom mitgehe, dann fühle ich mich auf mich selbst und die augenblickliche Situation bezogen."


 

"Der Intellekt ist ein Beruhigungs

mittel."


 

"Erkenne die Fremdbestimmung.
Schau dir das an, wie von allen Seiten die Lanze der Bewertung auf dich gerichtet wird;
sieh dir genau an, was jeder von dir will und von dir erwartet. Und jetzt setze dem entgegen: Ich bin ich, ich habe ein Recht darauf, mich zu verwirklichen;"


"Was kümmert die Sonne das Wortgeklingel der Menschen, die Sonne kämpft nicht gegen das Geschrei der Menschen."


"Wenn du selbst frei und glücklich bist, dann versuche nicht, auch die anderen frei und glücklich zu machen. Sei ein Rebell, ein Außenseiter,
aber sei niemals ein Revolutionär
,
der die gesellschaftlichen Verhältnisse ändern will."


"Du kannst in Würde arm sein, weil du dich selbst immer reich beschenkst, und du kannst im Reichtum arm sein, wenn du von deiner inneren Erlebnisoffenheit abgekommen bist."


"Nur durch das bewußte
Erleben dessen, wovor ich Angst habe, kann ich die Ganzheit meiner Person erfahren."


 

„Disziplinierende autoritäre Erziehung mit Verboten und Strafe ist für den Erzieher der bequeme Weg, sich aus seiner in Wirklichkeit geforderten Leitbild Verantwortung herauszuwinden. »Das Kind soll einfach gehorchen, wo kämen wir da hin, wenn ich das immer begründen und erklären müßte.“


„Wir können es nicht ertragen, alleine zu sein,
es ist zu schmerzlich; wir suchen die

Geborgenheit der Gruppe, die uns Sicherheit vermittelt.“


 

„Entfaltung kann dann beginnen,
wenn der Ehrgeiz und Kampf,
etwas zu werden, aufhört.“


„Entfaltung kann nicht vom Intellekt durch ein Streben und Wollen herbeigeführt werden,

sie braucht Ruhe, Gelassenheit und Zeit.
Entfaltung ist wie das Aufblühen einer Blume,
wir haben mit dem Willen keine Macht darüber. “


 

„Nur unter Zwanglosigkeit
kann ich reibungslos aktiv sein, ohne

vorschnell zu ermüden.“


 

„Wenn ich meinen Neigungen nachgehe,
dann bin ich mit meiner Energie im Einklang,
dann erschöpft mich der Energieverbrauch nicht,
dann möchte ich meine Energie
sogar verschwenden.“


 

„Ein seelisch freier Mensch kann die unmenschlichen Zustände der Armut durchstehen, weil sein innerer Kern und Wert dadurch nicht angetastet wird.“


„Äußere Freiheit und innere Freiheit,
beides zusammen ergeben das Paradies.“



„Wenn man aus Angst heraus etwas unterläßt, was man gerne tun würde, entsteht gleichzeitig Wut auf denjenigen, der diese Angst verursacht,.." 


 

„Angstfreiheit, Liebe und Kreativität sind dagegen die großen Positivkräfte unseres Lebens."


„Individualität ist keine Frage der Verpackung,
sondern ein Problem der Nähe zu sich selbst, also der Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit.“



„Ein innerlich fester Mensch, der zu seinem Kern gefunden hat, der vor sich selbst zu sich selbst steht, biedert sich nicht durch Freundlichkeit an, er will nicht von allen sympathisch gefunden werden, er hat keine Angst davor, auf Widerstände zu stoßen, angegriffen zu werden oder nicht für voll genommen zu werden. Er nimmt sich selbst für voll, er akzeptiert sich so, wie er ist, er ist dabei nicht eitel oder geltungsbewußt, er

sucht nicht nach Selbstbestätigung und Beifall von außen und läßt sich nicht erschüttern oder verunsichern durch Kritik an seiner Person, er sucht nicht die Beachtung, deshalb kann seinem Selbstwertgefühl auch Mißachtung nichts anhaben. Weil er Beachtung nicht anstrebt, kann ihn Nichtbeachtung nicht verunsichern.“


„Wissen kannst du auswendig lernen,
Erkennen nicht.“




„In der Bekennung zum eigenen Selbst, zur Individualität, zu dieser Bindung an das Zentrum, entsteht für den Menschen das Höchstmaß an Freiheit, das er als menschliches Wesen erreichen kann. Mehr Freiheit ist nicht möglich.“

 

„Die Umwelt ist reaktionär,
sie kann keine Rebellion ertragen.“


 

„Wer wirklich frei ist, und das ist das Erstaunliche, ist auch frei davon, die Gesellschaft verändern zu wollen."


„Ein Individualist ändert nicht seine Umwelt, die Umwelt will ihn ändern. Ein Individualist, der Nachfolger sucht, ist keinIndividualist, er ist ein Revolutionär.

Revolution aber ist ein Verbrechen.
Rebellion dagegen ist ein Sprung in die Freiheit, sie

sucht keine Nachfolger.“



„Ich habe versucht, schöpferisches Malen an andere Menschen zu vermitteln. Ich versuchte es ihnen zu erklären. Sie hörten die Worte, aber sie wollten dennoch immer wieder etwas »Sinnvolles« malen.

Sie waren gefangen in Stildenken, Dekorationsdenken und Sinndenken.

Das Bild mußte für sie immer einen Sinn durch Erfüllung einer Aufgabe ergeben.“



„Der Sinn liegt darin,
das ganz Sinnlose sich entfalten zu lassen,"


„Der Kopf kann nicht lieben,
der Kopf bleibt kalt.

Wenn sich der Kopf einschaltet,

zieht sich die Seele zurück."


„Gelassenheit, Losgelöstheit

wehrt sich nicht.“


 

Die schönste Malerei

 

Die schönste Malerei
Du mir gebracht,
Was in meinem Herzen
Einen Gesang entfacht.

 

Schnell nahm ich
Farben und Papier,
Tauchte den Pinsel tief
Und lustvoll in den Farbentopf.

Keine Angst,
Zu zerstören das weiße Blatt.
Jeder Fleck
Soll werden satt.


Keine Angst,
Etwas zu beginnen,
Von dem ich nicht weiß,
Was wird es bringen.

So lass fließen ich mich
Ins Unbekannte hinein,
Denn nur dort
Finde ich mein Sein.

 

Das Bild ist nur für Dich gemalt,
Möchte, dass ein Stück Gefühl,
Das du mir gabst,
Dir daraus entgegenstrahlt.

 

 

 

aus dem Buch
Trauer ist ein Teil der Liebe

 

Die Sonne gibt uns Wärme und Liebe.
Sie gibt alle Energie zur richtigen Zeit, und sie läßt im Herbst in ihrer Kraft nach, damit das Blatt am Baum braun und von den Oktoberwinden davongetragen werden kann.

Das ist ein Kreislauf, der nicht mit Gedanken aufgehalten werden kann.“

"Wenn man sehr liebt und

doch losläßt, dann ist man stark.

Wenn man liebt und festhalten will,

ist das Schwäche.

Die Liebe ist nur stark,

wenn sie loslassen kann."

 

 

„Nicht, was ich verloren habe, wird mir wertvoll, sondern ich genieße das, was ich jetzt habe, weil ich weiß, daß ich es in diesem Moment schon verliere. Ich kann nichts in Besitz nehmen.

Es ist da,

und gleichzeitig entfernt es sich auch schon.


"Deshalb sind Trauer und Trennungsschmerz die Initialzündung für das Neue, das wir lernen dürfen und müssen, um reif, weise und ausgeglichen zu werden. Ich rate deshalb:

Genieße jetzt und nimm gleichzeitig in diesem Augenblick Abschied.

Das ist nicht verantwortungslos. Verantwortung

ist etwas ganz anderes. Im Abschiednehmen liegt viel

Freiheit, liegt eine Schönheit, mit der wir uns leider nie

wirklich befaßt haben."



"Warum will ich etwas festhalten,

was man nicht festhalten kann?"


 

"Wir sind programmiert, festhalten zu

wollen und zu sollen.

Deshalb haben wir nicht gelernt loszulassen.

Und deshalb sind wir unfrei und unflexibel.

Wir sind falsch programmiert, nämlich auf das Festhalten konditioniert."

"Deine Vitalität zu spüren ist eines,

wie auch deine Krankheit zu spüren eines ist.

Beides gehört zusammen."

"Das Aufblühen und das Verblühen

sind eine Einheit.

Das gilt es zu erkennen.

Das Verlieben und das Entlieben sind eine Einheit. Wir haben das Ideal,

und das ist eine Konditionierung, daß das Verlieben die Krönung sei und daß sie festgehalten und fortgesetzt werden müßte."


 

„Jetzt aber, in diesem Moment des Verlustes eines Menschen, sind wir voller Schmerz, jetzt werden wir, ob wir wollen oder

nicht, dazu gezwungen, uns dieser Tatsache des Lebens zu stellen.

Der Tod gehört zum Leben, er ist ein elementarer Bestandteil.

Jetzt müssen wir uns ihm stellen, das

Leben zwingt uns nun, den Tod zu akzeptieren.“


 

"Wer Geld hat, kann kaufen bis das Geld

zu Ende ist. Wer aber die Weisheit des Lebens verstanden

hat, wird nicht kaufen wollen, da ja jedes Kaufen

eine Wiederholung ist. Es geht um etwas Neues. Das

Neue ist keine Ware. Konsumgüter sind vom Händler

beschaffbar. Das Neue aber geschieht in uns selbst.

Kein Händler der Welt kann es uns beschaffen, deshalb

ist es nicht käuflich. Das zu verstehen, im tiefsten Kern

zu erfassen, ist ein Reifevorgang. Und dazu sind das

Verlieren, der Verlust, die Trennung notwendig."


 

Ich erkenne,

daß ich gefangen war im Streben und Werden.

Ich bin meinen Wünschen und Plänen nachgegangen

und glaubte, dadurch meine Individualität zu steigern

und dadurch etwas Besonderes zu sein.

Im Leid erkenne ich,

daß ich gar nichts Besonderes bin und auch in

Zukunft nichts Besonderes werden muß.“



„Natürlich ist Trauer ein großer, intensiver

seelischer Schmerz.

Es tut sehr weh, einen Menschen,

den man liebte, durch den Tod zu verlieren, denn

der Tod ist endgültig.

Mit ihm kann man nicht diskutieren,…“



„Der Verlust eines Menschen ist endgültig,

wir werden nie mehr mit ihm die Spaziergänge am Waldrand machen können…nie mehr seinen

Kuß auf unserem Mund spüren.“


 

„Wir sollten nicht verdrängen,

sondern uns dem Schmerz

wirklich voll und ganz aussetzen.“


 

„Plötzlich erfahre ich, daß sich dieser

Mensch von mir trennen will. Wir haben gemeinsam

gelebt, haben Haus und Garten geplant und bestellt,

haben vielleicht gemeinsame Kinder und plötzlich, völlig

unerwartet, tritt etwas ganz Neues in diese Idylle. Dieser uns so nahestehende und vertraute Mensch sagt plötzlich kühl und distanziert:

„Ich möchte nicht mehr mit dir

leben, sondern alleine sein..,“


 

„Warum schockt uns das so entsetzlich?

Wir wollten nie wahrhaben,

daß in jedem Anfang und in jedem Aufblühen

das Verwelken und das Ende miteingeschlossen

ist.“


„Die Natur zeigt uns täglich die Zusammenhänge in einem einzigen Tag oder in einem Jahr.

Als Menschen leben wir

fünfzig, sechzig, achtzig und wenn es sehr hoch kommt neunzig Jahre. In diesen vielen Jahrzehnten wollen wir aber nicht lernen. Wir sind einseitig programmiert:

Wir wollen nur das Schöne und Positive.“ 


„Das Aufblühen ist jetzt

und das Verblühen ist auch jetzt

in diesem Moment eine gesetzmäßig

beschlossene Sache. Das ist eine gewaltige Erkenntnis. Schönheit ist eben gerade deswegen so schön, weil sie

vergeht.“ 


„Sobald Tod und Trennung stattfinden,

sind wir gleich, ob wir reich oder arm sind. Der

seelische Schmerz muß durchlebt werden. Die Reichen

mögen sich leichter ablenken können durch besonderen

Konsum. Die Armen können das in dieser Form nicht.

Wer gewinnt mehr Einsicht? Gibt es einen Vorteil für den einen oder den anderen? Es gibt keinen sinnvollen

Ausweg.

Wir gehen alle durch dieses Nadelöhr.“ 




 

Trauer

ist ein anderes Wort für dieses Leid.

Keinem bleibt dieses Leid im Leben erspart, deshalb sollten wir darauf vorbereitet sein und uns schon damit befassen, bevor es uns überrascht. Wir

sollten wissen, daß wir, wenn es kommt, nicht davor

fliehen dürfen.

Wir müssen in dieses Gefühl voll und ganz hineingehen, damit es sich entfalten kann.

Es muß genauso aufblühen dürfen

wie die Freude.


„Wenn wir im Alleinsein das Leid tief ausfühlen,

werden wir feststellen, daß uns das Leid viel erzählt.“ 


„In jeder großen Liebe sind Erfüllung und Trauer, Freude und Leid enthalten.

Liebe ist totale Aufmerksamkeit für das Aufblühen

und Vergehen.

Im Vergehen liegt die neue Kraft und

Energie schon verborgen.“




„Das Leid zwingt mich, mir jetzt Zeit zu nehmen; deshalb sage ich Terminverpflichtungen ab und kümmere mich um mein Leid,

damit es zu mir sprechen kann.“


„Jedes Ende aber ist notwendig, damit Neues in mein

Leben treten kann.“


 

„Wenn wir festhalten und fixieren

wollen, dann gelangen wir in die Erkrankung, in die

Neurose, wenn wir Abschied nehmen, gesunden wir.“

„Wir leben mit dem Herzen,

nicht mit dem Verstand.

Das Herz muß Abschied nehmen,

nicht der Kopf.

Im Abschied liegt das Gesunden.“



 

Ach, mein Liebster

 

Ach, mein Liebster,
Ach könnt ich doch
Dir meine Liebe schenken
Für all die Ewigkeit,
Die ich in mir fühl für dich,
Dass sie dich auch nie verlassen möge,
Doch, mein Liebster,
Das kann ich nicht,
Da ich in Gottes Gnade leb.

 

Ach, mein Liebster,
Ach könnt ich doch,
Auf ewig blühen nur für dich,
Weil ich spür, ich
Blühe nur durch dich,
Damit du immer blühen kannst,
Nicht welken musst und
Meinen verwelkten Anblick
Du nicht ertragen musst.

 

Ach, mein Liebster,
Ach könnt ich doch,
Strahlen immer weidlich
Dich wärmen und dich
Zärtlich allzeit nähren
Mit allem, was du brauchst,
Ohne selbst zu bedürfen,
Damit erspart dir, die
Bettlerin, die vor dir kniet.

 

Ach, mein Liebster,
Ach könnt ich doch,
Dir nehmen, all das
Von der Seele küssen,
Was Kummer und Leid
Dir bringen könnt,
Doch das kann ich nicht,
Nicht mal, dich schützen vor mir,
Mir doch gelingt.

 

Ach, mein Liebster,
Ach könnt ich doch,
Dir aus dem Wege gehen,
Ganz weit weg,
Damit nicht ich es bin,
Durch die du vielleicht
Erfahren musst,
Wie schmerzvoll sein kann
Ein einziger Augenblick.

 

Ach, mein Liebster,
Ach könnt ich nur,
Verschonen uns
Vor unserer Liebe,
Die uns ganz nimmt ein,
Die uns steigen und uns sinken lässt,
Die unsere Seele unaufhaltsam,
Zärtlich und erbarmungslos,
Doch wertfrei wäscht.

 

Ach, mein Liebster,
Ach könnt ich nur,
So ganz vollkommen sein,
So klar und rein,
Wie ein strahlend See,
Wo du schauen kannst
Bis auf den Grund
Dem du nicht zu entfliehen suchst,
Weil die Liebeskraft ist stark genug.

 

Ach, mein Liebster,
Ach könnt ich nur,
In deine Seele schauen,
Tief bis auf den Grund
Und mich dort
Liebend nieder lassen,
Wenn du es wünschst
Und mich ertragen willst,
Egal was dann kommt.

 

Ach, mein Liebster,
Ach könnt ich nur,
Ganz einfach bei dir sein,
Geschehen lassen,
.Was kommt und geht,
Alles erleben,
Sonne und Regen
Einfach alles,
Was uns bewegt.

 

 

 

 

 aus dem Buch

Das Lauster Lebensbuch

 

"Viele Intellektuelle haben einen Männlichkeitskomplex, weil sie oft körperlich zu schwach waren, um einen Klassen- oder Studienkameraden, der sie beleidigte, richtig zu verprügeln.
Das Training ihrer Intelligenz ist eine Kompensation, die später oft verheerende Folgen hat.
Sie kämpfen als Redakteure, Wissenschaftler und Lehrer mit schonungsloser Brutalität und raffiniertem verbalem Sadismus. Sie attackieren verbal so sublim, daß sich ein Arbeiter schämen würde - wenn er die intelligenten Spitzfindigkeiten überhaupt verstehen könnte. Diese Kompensation ist eine Folge des unterdrückenden, autoritären Erziehungssystems."


 

"Das Menschenbild,
das die meisten Durchschnittsbürger

und Fachleute, wie Psychologen, Soziologen,
Sozialbiologen, Sozialpsychologen,
in ihrem Kopf tragen, ist falsch."


 

"Wer selbst oft getreten und »gehackt« wird, zieht keine Lehre daraus und verhält sich in Zukunft nicht kooperativer, sondern er »hackt« um so heftiger zurück, wenn sich ihm eine Gelegenheit dazu bietet. So ist es auch zu verstehen, warum wir einerseits Statusdenken und Statussymbole verurteilen, aber andererseits Statusverhalten geradezu zwanghaft praktizieren."


"Je aufwendiger die
Verdrängungszeit war, um die eigenen Wünsche
niederzuringen, um so stärker wird das Niedergerungene
bei anderen Personen attackiert.
Die Verdränger wollen die Freien lehren: entbehren, entbehren, entbehren!"

 

 

Aufbruch

 

Getaut, der Schnee,
Der auf der Erde lag.
Sie schützte.
Sie wärmte.
Sie bedeckte,
Bis es soweit war,
Dass das Neue,
Das im Verborgenen geschah
Kraftvoll genug ist,
Aufzubrechen,
Zu gestalten,
Was im Äther schon lag.

 

 

aus dem Buch

Lassen Sie sich nichts gefallen

 

"Verhalten Sie sich so, wie Sie fühlen.
Verbergen und kontrollieren Sie diese Gefühle nicht,
auch wenn es undiplomatisch erscheint." S.99

 

 

"Die Gefühle sind Ihr Seelenleben, ohne Gefühle versandet Ihre Psyche zu einer trostlosen Wüste,
Sie sterben innerlich ab und werden zu einem lebenden Leichnam. In der Industriegesellschaft ist eine erschreckend große Zahl von Menschen versandet und emotional verpanzert." S.209

 

 

 

"Lernen Sie, sich Ihren innersten Gefühlen zu stellen, und versuchen Sie, sie ohne auszuweichen auszufühlen, auch die Angst, die dabei oft entsteht. Die Einfühlungsfähigkeit in die eigenen Gefühle ist sehr wertvoll, weil aus dieser Intuition heraus wichtige Lebensentscheidungen besser getroffen werden können." S.209

 

"Sie müssen den Verstand verlieren,
um wieder zu Sinnen zu kommen."

                                                              S.209

 

 

"Die Intuition ist  viel »intelligenter« als
die rationalen Kombinationen  der Intelligenz. Die zivilisierte Menschheit
hat leider  die Intuition im Vergleich zur Intelligenz vernachlässigt

und als Spinnerei abgewertet."
S.100



 

 "Wir müssen ganz neu beginnen,
damit sich etwas Wesentliches verwirklicht:

Die Liebe."

 

 

 

Die Zitate sind den e-books entnommen,

die Peter Lauster auf seiner Webseite
www.peterlauster.de

zum Verkauf anbietet.

 






















 

Nahweh
Ich will bei mir sein,
niemand etwas recht machen,
meinen Stimmen lauschen,
den Blick schweifen lassen
und wach werden.

 

Peter Lauster
aus "Flügelschlaag der Liebe"

 
































 

"Schmetterling
Schimmernd und zitternd,
deine Flügel im Wind,
du Symbol meiner Seele,
fliege weit und hoch.
Flimmere silbern vorüber,
laß dich davonwehen,
weit und tief
in den duftenden Sommerabend.
Erfülle meine Sehnsucht,
verliere mich
und vergehe vor Glück."

 

Peter Lauster
aus "Flügelschlaag der Liebe"